Ein Twitterer aus Bern unter Pandas in Zürich

Beiträge mit Schlagwort ‘Trinken’

Twitterchroniken

Samstag, 20.11.2010 – 08:00
Der @souslik steht auf, während sein Wecker Rachmaninows Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 c-moll op. 18 erklingen lässt. Das ist zwar gelogen, klingt aber enorm gebildet. Beim Duschen läuft ihm Wasser in den Mund. Kein Wunder, er lächelt ob des Tages der ihn erwartet. (An die jüngeren Leser: Das war ein Genitiv; diesen Fall haben wir früher öfters benutzt. Und das gerade war ein Semikol… ach vergesst es.)

10:10
Verspätet trifft souslik am Smartphone Gipfel 2 vom @leumund ein. Dort unterhält er sich mit @Touni über Flugzeuge und vergisst, diese Windows 7 Telefone zu testen. Er drückt dann doch noch verzückt auf einem Galaxy Tab rum und ärgert sich über die Gadgetaskese, mit der er hier mal rumplagööret hat.

12:20
Mit @prunio und @mgafner reist unser Held (häm) weiter an den Avatarday, wo @pictura an diesem Tag 77 Nasen und 154 Ohren fotografieren wird. Nicht nur Models, sondern auch Helfer beehren sie. @kailash_yoga braut Tee mit der Beisszange, @turbotifi und viele mehr backen (z.B. die Mutter vom @kusito), @atizo bringt Schoggi, @stefan_herrmann Bier, @aennnu assistiert, @dworni macht mit Technik und so. Natürlich helfen noch viele mehr, aber ich werde hier nicht pro Zeile bezahlt.

13:45
Souslik verlässt den Avatarday und trifft sich mich mit Nichttwitterern zu Kaffe und Kuchen. Mit Leuten, die ihn unter seinem Offline-Nicknamen Goofy kennen. Fragt nicht. Er versucht eine Heizung zu reparieren und wird angeschrien.

17:00
Zurück am Avatarday. Weitere Besucher sind eingetroffen, unter anderem Karate-Kid @lossenka. Gutaussehende Leute erhalten noch viel besser aussehende Bilder. Männer lassen sich die Augenbrauen zupfen und finden Spass daran. Gut möglich, dass es an Laura, Josiane und Jovana von Kosmetik-Bellezza liegt, die finden, dass Mann sich das alle 4 Wochen gönnen sollte. Souslik wird den Rat befolgen, aber der hört ja auch Rachmaninow.

19:00
Ein harter Kern räumt die Reste des Avatardays auf. @kusito, @dworni, @souslik, @a6rian und Sabine speisen beim Italiener. Lieblingszürcher @pumuggel und Wortkünstlerin @deppenapostroph gesellen sich dazu. Die Gruppe unterhält sich, isst Focaccia, trinkt Martini, Wein und Gürteltierschnaps.

01:00
Den ganzen Tag über tauschten sich alte Bekannte aus und bisher Unbekannte lernten sich kennen. Interessante, lustige und nette Leute gesellten sich ständig dazu, andere gingen wieder. Es war gut. Irgendwann nach Mitternacht meldet sich auch der souslik mit einer billigen Ausrede ab. Er ist müde aber glücklich.

01:30
Müde ist, wenn man trotzdem twittert.

02:30
Wie jeder aufregende Tag endet auch dieser mit einem Glas Wasser.

Gürteltierschnaps unter Freunden

Gestern feierten wir ein Fest. Ein gutes Fest. Ob es dabei um meinen Geburtstag ging oder einfach um das fröhliche Beisammensein, spielt am Ende keine Rolle. Wie immer hat David alles schon sauber dokumentiert. Lest es euch bitte kurz durch, ich warte unterdessen.

Neben den erwähnten @lossenka, @kusito, @christianhirsig, @aennu, @hosae, @aendu, @turbotifi, @pictura, @dasrecht, @dworni, @souslik waren ausserdem zugegen: @mgafner, @leumund, @kailash_yoga, @uelih, @simuh, @markwaber, @d_tschan, @ironcode, @justcolors, @rawyler, @annasto sowie Anu, Eveline, Janis, Sabine, Corina, Ramona, Claudia, Stifi, Stini, Meli, Luki, Vogi und Caroline. Die Twitterer waren also in der Überzahl.

Früher hatte man Freunde im sogenannten richtigen Leben und als Nerd zusätzlich ein paar Freunde im Internet. Diese beiden Gruppen sahen sich natürlich nie. Zum Glück ist das heute anders. Wir treffen uns mit Leuten, die wir via Internet kennen und halten per Internet Kontakt mit Kollegen aus der Schulzeit. Alle sind sie einfach Freunde, also Leute, die aus einem durchschnittlichen Leben ein grossartiges Leben machen. Vielen Dank an die Freunde, die mit mir feierten.

Jetzt trinke ich ein Schlücklein Wasser aus einem der Zinnbecher, die ich gestern erhielt. Natürlich konnten sich einige nicht an den Hinweis halten, keine Geschenke zu bringen. Nun bin ich ausgerüstet, mit nützlichen Dingen für die Zeit nach der Pensionierung.

Seniorenresidenz

„Kinder, am Samstag besuchen wir Grossvater im Altersheim.“

Liebe Freunde. Freut ihr euch aufs Alter? Essen, lästern und Besuch empfangen. Da ich diesen Samstag erneut in Richtung Pension schreite, wollen wir das mal üben. Ich bin der Grossvater, ihr die Verwandten und meine Wohnung die Seniorenresidenz.

Ihr besucht mich, weil ihr ein schlechtes Gewissen habt. Wann ist egal, der Grossvater ist ja eh da:

  • Am Morgen zum Brunch
  • Nachmittags um Geschichten über den Krieg zu hören
  • Abends zum Essen
  • Spätabends für einen Umtrunk
  • Nachts um mit Grossvater die Sau raus zu lassen
  • Von früh bis spät in der Hoffnung auf Erbschaft

Es dürfen alle kommen, auch ganz entfernte Verwandte. Ihr lernt Leute kennen und der Grossvater ist glücklich weil im Heim mal wieder rambazamba ist.

Also nochmals für die, bei denen der Kopf nicht mehr recht will:

Samstag 30. Oktober 2010, ganzer Tag
Im Domicil Souslik am Seidenweg 30 in Bern

Geschenke müsst ihr nicht mitbringen, das hat der Grossvater bis zu eurem Geburtstag sowieso vergessen. Essen und Trinken mitbringen ist zur Not erlaubt. Der Grossvater hat zwar alles im Haus, aber er weiss halt nicht, was bei den Jungen heute so in ist.

Lasst doch kurz einen Kommentar liegen, falls ihr zu erscheinen gedenkt. Dann weiss die Tante, die euch nicht mag, dass sie nicht kommen darf und ich weiss, wie viele Pflegerinnen ich aufbieten muss. Daran halten braucht ihr euch nicht, das Gedächtniskchchkhchckkch… Wasser kdchchd … Blutverdünner … quer kcröckelchchch… im Hals.

Tag 1 als Veganer

93% Reis, jodiertes Speisesalz, Hefeextrakt, Zwiebeln, pflanzliches Fett, 0.8% Pilze (Butterpilze, Steinpilze), Zucker, Speisesalz, Gewürze, Säuerungsmittel (Ascorbinsäure).

Glück gehabt, das schon länger gekaufte Fertigrisotto von Knorr scheint vegan zu sein. Schön, denn gerade bei Fertigprodukten hat es doch immer ein Bitzeli Milchpulver, Ei oder Schweineschmalz drin.

Nächste Hürde: Die Kochanleitung verlangt nach Butter und Käse. Das ersetzen wir durch Olivenöl und Gedankenkäse. So gut wie sonst schmeckt das zwar nicht, aber Risotto bewarb sich noch nie auf die Stelle als Königin der veganen Küche. Egal, es muss heute schnell gehen, drum auch Fertigrisotto.

Die erste Arbeitshypothese wurde am Mittag bereits bestätigt: Veganer haben es auswärts schwer. Meine Freunde bestellten Bagel mit Butter, Philadelphia und Roast Beef. Ich bat die Bedienung um eine vegane Variante. Ein langes Gesicht später war mein Wunsch erfüllt: Brot, Gemüse und Senf.

Der Bagel schmeckte gut. Einfach gut. Im Bagelladen meines Vertrauens schmecken Bagels aber normalerweise als ob in meinem Mund eine Party stattfände, zu der alle Aromen eingeladen sind. Weiteres Problem: Ich weiss nicht was im Brot drin war und auch der Senf sah verdächtig cremig aus.

Bewährte Speisen um tierischen Inhalte zu erleichtern ist nicht die Strategie für ein glückliches veganes Leben. Ich werde bessere Pläne aushecken.

Auf Dessert verzichtete ich heute, dafür gab es Kaffee. Schwarz, so wie ich ihn nicht mag. Kein Problem, ich trinke ja nur selten Kaffee. Zum Glück ist Wein vegan, und Wasser auch.

Schulfernsehen für Stadtkinder – Kühe

Liebe Kinder aus der Stadt. Heute lernen wir wo das Fleisch, die Milch und dem Papa ihm sein Ledercase für’s iPad herkommen.

Der Onkel @souslik scheut keine Mühen um euch die Welt zu erklären. Am Sonntag ist er aufs Land gefahren, denn dort gibt es Kühe. Kühe schauen aus wie Grossmutters Dackel auf Ritalin, nur viel grösser. Hier ein Video:

Falls euch das Video nicht gefällt, dann lasst euch von Mama und Papa erklären, wie verdammt teuer eine professionelle Produktion ist. Ihr könnt auch gerne Geld einschicken damit das nächste Video Ton hat.

Egal. Unten an der Kuh kommt Milch raus. Wenn ihr Milch nicht so doll mögt, dann könnt ihr die Kuh auch essen, denn sie besteht fast nur aus Fleisch. Dazu müsst ihr sie erschiessen und in kleine Stücke schneiden. Fertig.

Ach ja, aus dem Kopf macht man Gummibärchen. So, und jetzt hört auf zu weinen und bringt dem @souslik bitte ein Wasser, damit er die Kuhsch*#%& von seinen Schuhen waschen kann.