Ein Twitterer aus Bern unter Pandas in Zürich

Beiträge mit Schlagwort ‘Ökologie’

Pandashopping

Die älteren unter euch erinnern sich noch daran, wie ich sechs Wochen vegan lebte. Das war irgendwann vor der letzten Sonnenfinsternis.

Damals realisierte ich, irgendwo zwischen Tofu und Gemüse, wie wenig wir über unser Essen wissen. Verpackte Lebensmittel zeigen uns zwar ihre Zutaten, vor dem Herstellungsprozess aber hängt der Vorhang der Ahnungslosigkeit.

Eine kurze Milchbüechlirechnung ergibt, dass ich für Lebensmittel im Jahr zwischen ein und zwei Monatslöhne ausgebe. Mit diesem Budget obliegt mir als Konsument eine ethische Verantwortung, die ich heute mit schwachem Informationshintergrund wahrnehmen muss.

Zum Glück gibt es Hilfsmittel. So zum Beispiel die WWF Ratgeber App für iPhone und Android. Sie zeigt mir, wo ich ein Goût Mieux Restaurant finde, welche Labels empfehlenswert sind und welche Gemüse und Früchte derzeit reifen. Ich esse keinen Fisch. Täte ich das, so zeigte mir die App, welche Fische sich derzeit lieber vermehren als via Filetmesser auf meinen Teller zu hüpfen. Nach Durchsicht der Liste kann ich mir nicht vorstellen, wie ein Konsument ohne solch ein Hilfsmittel verantwortungsvoll Fisch kaufen kann.

Auch Migipedia ist ein wertvolles Projekt. Zwar liefert die Migros dort selber wenig Informationen, bietet ihren Kunden aber eine Plattform, um sich über Produkte auszutauschen. Das ist ehrenhaft, denn die Migros erlaubt damit auch kritische Kommentare.

Was freilich noch fehlt, ist eine umfassende Datenbank mit offenen Schnittstellen. Ich möchte mit meinem Telefon den Barcode eines Produktes einscannen und damit alle Details zu dessen Herstellung finden. Natürlich inklusive Informationen von Drittorganisationen, zum Beispiel der Einschätzung des WWF zu einem bestimmten Fisch.

Ich weiss allerdings noch nicht, wie ich den Barcode von Wasser aus dem Wasserhahn einscannen könnte.

Geschenkestress

Liebe Freunde. Drei Wochen war ich jetzt mit Schiessen und Nachladen beschäftigt. Nun ist es an der Zeit, wieder Gutes zu tun.

Der weihnächtliche Geschenkestress hat mich schon immer belastet. Und wofür? Um als Schenkender Dinge zu kaufen, die der Beschenkte nicht braucht, sonst hätte er sie ja selbst gekauft. Klar ist das plakativ, vielleicht ist meine Sicht etwas extrem, weil ich ein schlechter Schenker bin. Dennoch, viele Leute wie ich beschenken andere auch deshalb, weil sie sich dazu verpflichtet fühlen. Dabei habe ich im Prinzip nichts gegen Geschenke. Ich finde aber kleine spontane Geschenke schöner als diese Zwangsrituale an Weihnachten und Geburtstagen.

Himmel, wie kann man nur so lamentieren. Was ich eigentlich sagen will: Ich finde es sehr befriedigend, das für Geschenke budgetierte Geld an wohltätige Institutionen zu spenden. Von mir gibt es diese Weihnachten also höchstens kleine Aufmerksamkeiten. Umgekehrt freue ich mich natürlich auch, wenn jemand eine Spende tätigt, statt mir etwas zu kaufen. Frei nach dem Motto ich brauche keinen Wein, ich mag Wasser. Eure Meinungen, inklusive Beschimpfungen von nicht beschenkten Personen, sind natürlich jederzeit willkommen.

Pandas streicheln

Mutter Natur, ich muss beichten: Bis gestern Abend war ich nicht Mitglied des WWF. Ich führte ein wildes Leben mit ständig wechselnden Onenightspenden ohne Verpflichtung. Doch nun bin ich bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen. Lieber WWF, ja ich will!

Wer sich auch ökoromantisch fühlt, der kann bequem online in den heiligen Bund der Natur treten. Lasset uns feiern, ich habe extra eine Flasche vom guten Wasser kalt gestellt.

Vegane Fressekstasen

Heute Mittag in der Migros. Ich stehe zwischen den Regalen und schaue zu wie sich aufgetakelte Teeniegören mit Red Bull eindecken. Indezidiert und frei von Inspiration greife ich schliesslich zu einer Dose Erbsli und einem Volkornbrötli.

Nach dieser kulinarischen Enttäuschung beschliesse ich, zwecks abendlichen Kochplänen ausgedehnt einzukaufen. Im Bioladen finde ich mich dann plötzlich im Paradies der veganen Köstlichkeiten wieder und decke mich testhalber mit diversen Sojaerzeugnissen ein. Erdbeer Sojamilch von Provamel schmeckt #imfall köstlich und zeigt expemplarisch einen positiven Nebeneffekt von veganen Produkten: Sie sind nicht selten biologisch, frei von künstlichen Zusätzen, allergieverträglich, fairtrade oder wurden gar CO2-neutral hergestellt.

Die Entdeckung des Tages ist der Demeter-Räuchertofu von Taifun. Viele Menschen sehen bei vegetarischer Ernährung nur die Einschränkungen. Dabei gibt es diese andere Seite, die lustvolle Auseinandersetzung mit der Ernährung, die Entdeckung neuer Lebensmittel. Tofu zum Beispiel ist eine eigene Welt, vielfältig an Geschmacksrichtungen, Formen und Konsistenzen. Weit mehr als ein zweitklassiges Substitut für Fleisch. Aber das sehen wir Konsumenten nur, wenn wir uns dieser Welt mit einer aufklärerischen Geisteshaltung nähern.

Zusammen mit Auberginen, Marroni und Rotkraut verarbeitete ich den Räuchertofu schliesslich zu einem köstlichen Herbstmenü. Dazu passt übrigens hervorragend ein Glas Wasser. Ja, heute hatte ich Spass am Veganismus.

Monatsthema Veganismus

Ich will das Bloggen systematischer angehen, mich aber nicht für immer in eine Nische begeben. Am liebsten möchte ich ein Thema über mehrere Wochen dokumentieren und mich dabei kräftig in die Details verbeissen. Gesagt getan, tadaaa: Mein Blog erhält ab sofort einen monatlichen Schwerpunkt.

Das erste Monatsthema lautet Veganismus. Ich werde in den kommenden vier Wochen auf tierische Produkte verzichten. Über die Gründe für dieses Thema werde ich später mal an einem ereignislosen Tag philosophieren.

Es wird mir kaum gelingen, restlos auf tierische Produkte zu verzichten, weil ich es mir sehr schwierig vorstelle. Aber genau das gilt es jetzt herauszufinden; ich will mit freigeistiger Einstellung handeln, lernen und teilen. Dabei freue ich mich nicht nur über interessierte Leser, sondern auch auf anregende Diskussionen. Und jetzt beginne ich den Monat als Veganer mit einem symbolischen Glas Wasser.

Gadgetaskese

Nie werde ich ein Apfelblogger sein, wahrscheinlich auch kein Androidenblogger. Ich werde mich selten über Kameras, Netbooks und Tablets auslassen weil mich der Plunder nicht mehr interessiert.

Die Ursache ist eine Gadgetaskese die ich mir vor Jahren auferlegt habe. Gründe dafür gab und gibt es viele:

  • Ökologie. Von grauer Energie über Batterien bis zum aufwändigen Recycling; Gadgets haben eine schlechte Ökobilanz.
  • Soziale Verantwortung. Menschen die Gadgets herstellen arbeiten unter unwürdigen Bedingungen, vom Rohstoffabbau bis zur Montage.
  • Gesundheit. Gadgets produzieren magnetische Felder und sind versetzt mit giftigen Weichmachern und Brandhemmern.
  • Finanzen. Gadgets kosten Geld, vor allem dann, wenn man sie als erster haben will, obwohl man sie eigentlich gar nicht bräuchte.

Die Gadgetaskese ist mein persönlicher Beweis, dass sich ein Mensch aus eigener Überzeugung ändern kann. Dies gerade weil ich früher verrückt war nach Hitech. Mit 17 kaufte ich eine teure Hi-8 Videokamera, die ich kaum benutzte und nach dem einsetzenden Digitalboom auch nicht mehr verkaufen konnte. Danach legte ich mir ein Psion PDA zu, das mir wider Erwarten auch nicht lange Freude bescherte. Etwas musste sich ändern.

Erstaunlich wie Verzicht die Zufriedenheit fördert. Heute fühle ich mich glücklicher als früher mit all den Spielsachen. Dabei verhalte ich mich lediglich gemässigt, denn ich besitze nach wie vor elektronische Geräte:

  • Ein 6-jähriges Notebook das meinem Arbeitgeber gehörte
  • Ein geschenkter Bildschirm und eine gebrauchte externe Festplatte
  • Ein älteres Android Handy mit guten aber günstigen Kopfhörern
  • Eine Spiegelreflexkamera mit dem Nötigsten an Zubehör
  • Eine Stereoanlage die mir seit 15 Jahren gehört und eine weitere alte Stereoanlage mit Plattenspieler, die ich gebraucht gekauft habe

Ich besitze dagegen bewusst keinen Fernseher, Drucker, Scanner, keine Mikrowelle, kein Tablet, Netbook, MP3-Player, … Es hat seine Zeit gebraucht aber heute löst weder der Besuch im Mediamarkt noch Daydeal einen Kaufwunsch in mir aus.

Trotz Askese entgeht mir nichts an Funktionalität. Ich kann tolle Fotos machen, Musik hören und einen Computer habe ich ja auch. Ich verzichte lediglich auf Dinge die ich nicht benötige, auf etwas Komfort und auf den neusten Schrei der Technologie. Und wirklich, es geht mir gut. So, jetzt ein Schluck Wasser.