Ein Twitterer aus Bern unter Pandas in Zürich

Beiträge mit Schlagwort ‘Essen’

Spreewaldgurken, Gemüseteller und Pferde

Plötzlich türmt sich die Arbeit, Prüfungen wollen gelernt sein und für private Projekte bleibt kaum noch Zeit. Darunter gelitten hat mein Blog, zum Glück aber nicht das vegane Experiment. Eine Zusammenfassung der letzten Tage.

Bernerhof-Starhotelier Thomas Frei und Feinkost-Guru Patric Lutz luden die Twittergemeinde zum tweet up – slow down in Gstaad ein und viele sind gekommen. Darunter auch ich, der eklige Veganer. Gemeinsam verbrachten wir ein Wanderwochenende voller Erlebnisse und herzlicher Gastfreundschaft. Auch wenn ich ein paar nichtvegane Delikatessen verpasst habe, so gab es immer noch genügend pflanzliche Köstlichkeiten an denen ich mich laben konnte. So zum Beispiel die original Spreewaldgurke, welche mich auf der Wanderung begleitete. Vielen Dank Thomas und Patric!

Etwas weniger gediegen ging es unter der Woche weiter. Ein Strategieworkshop verschlug mich in ein Hotel, das seine besten Tage hinter sich hat. Natürlich, neben dem Bernerhof sieht jedes Hotel aus wie ein chilenischer Stollen. Das Personal jedoch verdient ein Kompliment: Das Wort vegan beim Einchecken genügte und ich erhielt während der gesamten Aufenthaltsdauer einwandfrei vegane Menüs – meist gesunde und leckere Gemüseteller.

Generell habe ich mir das auswärtige Veganertum schwieriger vorgestellt. Meist finde ich etwas auf der Karte und wenn nicht, dann hat ein kurzes Gespräch mit dem Kellner noch immer geholfen. Wie viele Köche mir schon ins Essen gespuckt haben, das weiss ich hingegen nicht.

Erfolgreich schlug ich mich auch letzten Sonntag durch, als ich mit zwei Cousinen und meiner Gotte zwecks Geburtstagsfeier die Cafés und Restaurants in Interlaken unsicher machte. Ich konnte nicht alles essen was ich wollte, fand aber immer etwas, das mir schmeckte. Und dann plötzlich – ich so auf der Kutsche mit den drei Damen – fragte ich mich, ob es denn vegan sei, sich von einem Pferd ziehen zu lassen. Vermutlich nicht.

Aber so geht es halt, zwischendurch rassle ich aus Unwissen oder Unüberlegtheit in die Falle. Den Spass an meinem Experiment lasse ich mir nicht verderben. Jetzt ein Schluck Wasser, da kann ich wenig falsch machen.

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Vegane Fressekstasen

Heute Mittag in der Migros. Ich stehe zwischen den Regalen und schaue zu wie sich aufgetakelte Teeniegören mit Red Bull eindecken. Indezidiert und frei von Inspiration greife ich schliesslich zu einer Dose Erbsli und einem Volkornbrötli.

Nach dieser kulinarischen Enttäuschung beschliesse ich, zwecks abendlichen Kochplänen ausgedehnt einzukaufen. Im Bioladen finde ich mich dann plötzlich im Paradies der veganen Köstlichkeiten wieder und decke mich testhalber mit diversen Sojaerzeugnissen ein. Erdbeer Sojamilch von Provamel schmeckt #imfall köstlich und zeigt expemplarisch einen positiven Nebeneffekt von veganen Produkten: Sie sind nicht selten biologisch, frei von künstlichen Zusätzen, allergieverträglich, fairtrade oder wurden gar CO2-neutral hergestellt.

Die Entdeckung des Tages ist der Demeter-Räuchertofu von Taifun. Viele Menschen sehen bei vegetarischer Ernährung nur die Einschränkungen. Dabei gibt es diese andere Seite, die lustvolle Auseinandersetzung mit der Ernährung, die Entdeckung neuer Lebensmittel. Tofu zum Beispiel ist eine eigene Welt, vielfältig an Geschmacksrichtungen, Formen und Konsistenzen. Weit mehr als ein zweitklassiges Substitut für Fleisch. Aber das sehen wir Konsumenten nur, wenn wir uns dieser Welt mit einer aufklärerischen Geisteshaltung nähern.

Zusammen mit Auberginen, Marroni und Rotkraut verarbeitete ich den Räuchertofu schliesslich zu einem köstlichen Herbstmenü. Dazu passt übrigens hervorragend ein Glas Wasser. Ja, heute hatte ich Spass am Veganismus.

Veganer werden krank

Vorgestern beschloss mein Hals, sich zu entzünden und gestern ist auch der Magen zur Party erschienen. Heute haben sich die Spassvögel wieder etwas beruhigt. „Es geht etwas um“ sagten die einen, „jetzt stirbst du“ die anderen und doppelten mit „das hast du davon“ nach.

Kranke Veganer sind das Benzin der antiveganen Zeusler. Der Satz klingt viel zu dogmatisch aber lasst mich stolz sein auf diese literarisch einzigartige Analogie.

Nüchtern betrachtet haben der Partymagen und Kollege Hals wenig mit Veganismus zu tun. Nach zwei Tagen kriegt man keine Mangelerscheinungen und schwer zu verdauen war die Nahrungsumstellung sicher auch nicht. Kritische Leser dürfen gerne spekulieren, sollten aber an folgendes denken: Auch Nichtveganer werden krank.

Mein Menüplan war gestern etwas kurz und einseitig …

  • Frischer Fruchtsaft von der Migros
  • Tomatensuppe im nicht erwähnenswerten Restaurant
  • Pasta mit Tomatensauce vom Vortag
  • Nüsse

… aber ich war ja auch krank. Seit dem Start habe ich noch gar nie richtig gekocht aber zum Glück ist heute Sonntag. Es ist doch Sonntag, oder?

Schon jetzt möchte ich euch für all die Diskussionen zu meinem veganen Selbstversuch danken. Die Kommentare zu den ersten beiden Beiträgen haben mich gefreut und auch draussen auf der Strasse führte ich spannende Gespräche.

Ihr seid nette Leute, hat euch das mal jemand gesagt? Reines Quellwasser über euer Haupt!

Tag 1 als Veganer

93% Reis, jodiertes Speisesalz, Hefeextrakt, Zwiebeln, pflanzliches Fett, 0.8% Pilze (Butterpilze, Steinpilze), Zucker, Speisesalz, Gewürze, Säuerungsmittel (Ascorbinsäure).

Glück gehabt, das schon länger gekaufte Fertigrisotto von Knorr scheint vegan zu sein. Schön, denn gerade bei Fertigprodukten hat es doch immer ein Bitzeli Milchpulver, Ei oder Schweineschmalz drin.

Nächste Hürde: Die Kochanleitung verlangt nach Butter und Käse. Das ersetzen wir durch Olivenöl und Gedankenkäse. So gut wie sonst schmeckt das zwar nicht, aber Risotto bewarb sich noch nie auf die Stelle als Königin der veganen Küche. Egal, es muss heute schnell gehen, drum auch Fertigrisotto.

Die erste Arbeitshypothese wurde am Mittag bereits bestätigt: Veganer haben es auswärts schwer. Meine Freunde bestellten Bagel mit Butter, Philadelphia und Roast Beef. Ich bat die Bedienung um eine vegane Variante. Ein langes Gesicht später war mein Wunsch erfüllt: Brot, Gemüse und Senf.

Der Bagel schmeckte gut. Einfach gut. Im Bagelladen meines Vertrauens schmecken Bagels aber normalerweise als ob in meinem Mund eine Party stattfände, zu der alle Aromen eingeladen sind. Weiteres Problem: Ich weiss nicht was im Brot drin war und auch der Senf sah verdächtig cremig aus.

Bewährte Speisen um tierischen Inhalte zu erleichtern ist nicht die Strategie für ein glückliches veganes Leben. Ich werde bessere Pläne aushecken.

Auf Dessert verzichtete ich heute, dafür gab es Kaffee. Schwarz, so wie ich ihn nicht mag. Kein Problem, ich trinke ja nur selten Kaffee. Zum Glück ist Wein vegan, und Wasser auch.

Monatsthema Veganismus

Ich will das Bloggen systematischer angehen, mich aber nicht für immer in eine Nische begeben. Am liebsten möchte ich ein Thema über mehrere Wochen dokumentieren und mich dabei kräftig in die Details verbeissen. Gesagt getan, tadaaa: Mein Blog erhält ab sofort einen monatlichen Schwerpunkt.

Das erste Monatsthema lautet Veganismus. Ich werde in den kommenden vier Wochen auf tierische Produkte verzichten. Über die Gründe für dieses Thema werde ich später mal an einem ereignislosen Tag philosophieren.

Es wird mir kaum gelingen, restlos auf tierische Produkte zu verzichten, weil ich es mir sehr schwierig vorstelle. Aber genau das gilt es jetzt herauszufinden; ich will mit freigeistiger Einstellung handeln, lernen und teilen. Dabei freue ich mich nicht nur über interessierte Leser, sondern auch auf anregende Diskussionen. Und jetzt beginne ich den Monat als Veganer mit einem symbolischen Glas Wasser.

Sleepless in Brig

Fuzzy Time sagt es ist zwänzg ab eis, ich fasse mich kurz weil #müde.

Heute Mittag sass ich mit den vereinigten Berner Twitterfreunden zu Tische und verkündete, dass mein Leben mehr Rock’n’Roll benötigt. Sex und Drugs hatte ich schon ausprobiert, war aber ziemlich entäuscht.

Rock’n’Roll beginnt mit Spontanität und so beschloss ich, eine Reise nach Brig zu unternehmen. Völlig sinnlos halt. Begleitet hat mich der @brunosantschi weil Rock’n’Roll macht man ja nicht alleine.

Wider Erwarten steppte in Brig nicht der Bär und so plünderten wir den Selecta-Automaten. Maybe Baby tönte fancy klang interessant aber 5.40 reichten dafür nicht. Stattdessen kauften wir ein Twix, M&Ms und eine Packung Gummihamburger, purer Rock’n’Roll eben. Fertig, das ist die ganze Geschichte. Ich fühle mich wild.

Wer kreative Ideen für mehr Rock’n’Roll in meinem Leben hat, der möge mir einen Kommentar hinterlassen. Jetzt noch ein Glas Wasser und dann ab ins Bett. Morgen geht’s wieder richtig ab.

Schulfernsehen für Stadtkinder – Kühe

Liebe Kinder aus der Stadt. Heute lernen wir wo das Fleisch, die Milch und dem Papa ihm sein Ledercase für’s iPad herkommen.

Der Onkel @souslik scheut keine Mühen um euch die Welt zu erklären. Am Sonntag ist er aufs Land gefahren, denn dort gibt es Kühe. Kühe schauen aus wie Grossmutters Dackel auf Ritalin, nur viel grösser. Hier ein Video:

Falls euch das Video nicht gefällt, dann lasst euch von Mama und Papa erklären, wie verdammt teuer eine professionelle Produktion ist. Ihr könnt auch gerne Geld einschicken damit das nächste Video Ton hat.

Egal. Unten an der Kuh kommt Milch raus. Wenn ihr Milch nicht so doll mögt, dann könnt ihr die Kuh auch essen, denn sie besteht fast nur aus Fleisch. Dazu müsst ihr sie erschiessen und in kleine Stücke schneiden. Fertig.

Ach ja, aus dem Kopf macht man Gummibärchen. So, und jetzt hört auf zu weinen und bringt dem @souslik bitte ein Wasser, damit er die Kuhsch*#%& von seinen Schuhen waschen kann.