Ein Twitterer aus Bern unter Pandas in Zürich

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Der Neue im Wald

Erinnert Ihr euch noch, wie ich meinen Traumjob suchte? Zuerst einmal vielen Dank für eure Unterstützung. Sie hat gewirkt.

Heute berichten persoenlich.com, Werbewoche, BPRG und Klein Report übereinstimmend, dass ich eine neue Stelle angetreten hätte. Na gut, wird wohl stimmen. Angeblich handelt es sich um eine Stelle als Projektleiter bei der Berner Kommunikationsagentur Klarkom. Da kann ich mir nur gratulieren.

Die Stelle ist mir tatsächlich aufs Geweih geschneidert. Ich kann mich einbringen als wendiges Wiesel der Onlinekommunikation und lerne von den erfahrenen Füchsen der klassischen Kommunikation. Dass Klarkom auf Nachhaltigkeit spezialisiert ist, kommt mir als Ökoratte zusätzlich entgegen. Im gleichen Wald wohnen auch unsere Freunde von by the way communications. Mit ihnen führen wir eine enge Partnerschaft und suchen darum immer öfter gemeinsam Beeren und Nüsse. Es macht Spass, im Wald der Kommunikation.

Und an alle Kinder, die mitlesen: Wenn ihr eine schöne Fabelmetapher bastelt, dann gebt euch nicht zwei verschiedene Tierarten. Das wäre peinlich. Wenn ihr mich jetzt bitte entschuldigt, der Büffel begibt sich zum Wasserloch.

Pausengedanken

Bin nervös. So lange nicht gebloggt. Zuerst wollte ich so tun, als sei das Absicht gewesen. Irgendwas von schöpferischer Pause hätt ich dann geschrieben. Nur, ich weiss gar nicht: Gönnt sich der Schöpfer während einer schöpferischen Pause eigentlich eine Pause zum Schöpfen oder eine Pause vom Schöpfen? Schöpfen ist auch so ein Wort, das komisch klingt, wenn man es mehrmals sagt. Wie Mayonnaise.

Mayonnaise mag ich übrigens nicht. Vielleicht weil sie aussieht wie Eiter; aber wahrscheinlich weil sie so schmeckt. Momentan würd ich zwar schon Mayonnaise essen. Hab ja auch Hunger. In meiner Küche brennt seit Wochen kein Licht mehr und ich kann nur noch bei Tageslicht kochen. Experten sprechen von Lichtnahrung. Zum Glück hat die Sommerzeit das Problem etwas entschärft.

Natürlich könnte ich die Glühbirne ersetzen. Könnte. Das fällt mir immer erst im Dunkeln ein und dann ist es nicht mehr hell genug. Logisch. Ausserdem haben sich im Lampenschirm Insekten bestatten lassen. Und noch ausserdemiger müsste ich die Lampe durch ein LED-Dingsbums ersetzen. Sowas kann ich mir halt nicht leisten.

Ihr seht, mein Leben sprüht vor Abenteuer. Natürlich ist da noch mehr; mein neuer Job zum Beispiel. Darüber will ich aber erst später berichten. Das ist hier wie beim Fernsehen, ich halte euch an der kurzen Leine. Auf Werbung müsst ihr aber verzichten.

So, mich dürstet nach einem Glas Wasser; aus dem Bad, da hat’s Licht.

Auf Traumjobsuche

Vor wenigen Wochen habe ich meine Stelle als Kommunikationsmensch -buddhist beim besten IT-Dienstleister aller Zeiten (Puzzle ITC) gekündigt. Nun halte ich Ausschau nach einem neuen Arbeitgeber, der mir ab 1. März 2011 abwechslungsreiche Aufgaben überträgt. Ich nenne es die Suche nach dem Traumjob.

Natürlich erwarte ich nicht, dass mir dank diesem Blogbeitrag der gebratene Tofu in den Mund fliegt. Ich werde Stellenausschreibungen durchforsten, Bewerbungen verschicken und hoffen. Dennoch: Immer mal wieder ist der klassische Weg nur einer von vielen. Und vielleicht kennt jemand von euch einen netten Chef, der gerade enthusiastische Kommunikationsmenschen -zenmönche sucht. Für diesen Fall habe ich auf der Hinterseite meines Blogs ein kurzes Online-CV gezimmert.

Vielen Dank an alle, die mir geholfen haben oder noch helfen werden. Ich bin gespannt, was das Leben mit mir vor hat und aus wessen Wasserspender ich ab März trinken werde.

Edit: Stefan Herrmann als Komm-Dalailama hat natürlich treffend angemerkt, dass es nicht „Kommunikationsmensch“ heisst.

Ende Experiment

Zum Ende meines veganen Experimentes lesen Sie ein exklusives Interview mit mir selbst. Die Fragen stammen teilweise von netten Leuten auf Twitter.

Darf ich Sie duzen?
Klar, wir kennen uns jetzt schon 10 Jahre, seit sich damals diese gespaltene Persönlichkeit entwickelte.

Worum geht es eigentlich?
Um Leben und Leiden. Oder einfach darum, dass ich einen Monat lang vegan gelebt habe.

Weshalb hörst du auf?
Das Experiment war von Anfang an auf einen Monat begrenzt und endete am 22. Oktober. Alles was danach kommt, gehört nicht mehr zum Experiment.

Du isst jetzt also wieder Fleisch?
Nein, ich bin seit 21 Jahren Vegetarier und das wird auch so bleiben.

Aber Milchprodukte und Eier?
Ich hatte seit dem 22. Oktober eine Kürbissuppe, die angeblich Milch enthielt und ein Raclette. Ansonsten war ich brav.

Soso, brav. Wie geht es denn weiter?
Das weiss ich selber nicht genau. Ich möchte den grössten Teil der veganen Ernährung beibehalten aber flexibel sein für Ausnahmen. Mal ein Fondue im Winter, mal jemandem der mich einlädt keine Vorschriften machen müssen.

Aber?
So ganz wohl fühle ich mich dabei nicht, weil ich gerne streng wäre. Das Experiment hatte ja schon seine Gründe. Ich bin nicht zufrieden mit der Industriellen Tiernutzung und möchte meinen Teil zu einer besseren Welt beitragen.

Wirst du deine Superkräfte nicht vermissen?
Eben schon. Superkräfte sind toll. Irgendwann möchte ich deshalb auch wieder komplett vegan Leben, denn Superkräfte gibt’s nur dann.

Zurück zum Experiment. Was sind deine Erkenntnisse?
Ich habe verschiedene Einsichten gewonnen. Die Haupterkenntnis ist wahrscheinlich, dass es auch Spass machen kann, sich einzuschränken.

War es denn schwierig?
Lustigerweise nicht, ich habe stets gut gegessen. Was ich nicht erwartet hätte: Es ist leichter, im Restaurant ein veganes Menü zu bestellen, als im Quartiercoop einen Snack zu finden.

Bereust du etwas?
Bereuen nicht. Aber ich hätte aktiver sein wollen. Vegane Rezepte kochen, mich über Herstellungsmethoden und Ernährung informieren, täglich bloggen.

Hatte die vegane Ernährung einen Einfluss auf deine Stimmung?
Ich weiss es nicht. Schon möglich. Ich war zufrieden mit dem Leben, trotz viel Arbeit und Prüfungen. Ist aber vielleicht auch einfach ein guter Monat gewesen.

… auf die Gesundheit?
Wahrscheinlich. Ich habe gesündere Lebensmittel gegessen und fühle mich heute körperlich fitter. Das war jetzt einfach bei mir so. Klar kann man sich mit einem Wechsel auf vegane Diät auch ungesünder ernähren. Cha me mache.

Hast du Gewicht verloren?
Nicht viel. Mein Gewicht ist aber seit sechs Wochen deutlich konstanter als vorher. Die früher legendären Fressattacken blieben aus und das ist gut so.

Fühlst du dich schuldig, dass du einem Tier das Leben verlängert hast?
Huch nein, ich fühle mich weder schuldig noch stolz. Ich fühle mich als würde ich eine Pflicht erfüllen. Komisch, ich habe keine Ahnung wieso.

Was ist dein nächstes Experiment?
Ich habe tolle Vorschläge erhalten, von denen ich sicher einige umsetzen werde. Aber erst später; in den nächsten Monaten ist auch sonst viel los.

Darf man dir in den Kommentaren weitere Fragen stellen?
Unbedingt, ich freue mich.

Was trinkst du da?
Ein Glas Wasser, wie immer.

Danke, mir geht’s gut

@mauis stellt eine indiskrete Frage: @souslik du musst ja schon recht an gewicht verloren haben als veganer, nicht? #indiskretefrage

Der aufmerksame Leser erkennt am Hashtag, dass die Frage tatsächlich sehr indiskret ist. Ich will mal nicht so sein und beantworte sie trotzdem.

Ich bin ein unregelmässiger Esser und darum ein schlimmeres Jojo als die durchschnittliche Brigitte-Leserin. Mein Gewicht schwankte über wenige Wochen jeweils um knapp 5 kg. Seit Beginn der veganen Ernährung ist es konstant am unteren Ende dieses Bandes. Das ist gut, denn dort liegt mein Wohlfühlgewicht, die perfekte Mischung zwischen drahtig und kuschelig.

Wahrscheinlich könnte man mit veganer Ernährung gut abnehmen. Man muss aber nicht, denn die Versorgung mit Kohlenhydraten, Fetten und Eiweissen ist keine besondere Herausforderung. Der Grund für mein derzeit eher tiefes Gewicht sind die ausbleibenden Hungerattacken nach Dessert. Der Körper hat nach einer Woche begriffen, dass das Betteln nichts bringt.

Auch sonst fühle ich mich ganz dufte. Ich hüpfe morgens zur Arbeit wie ein junges Rehli, schiesse im Unihockey doppelt so viele Tore wie zuvor und beobachte zufrieden, wie mich junge Frauen mit den Augen aus… äh aus der Menge picken, um mir ein Lächeln zu schenken. Ich lade sie dann jeweils zu einem Glas Wasser ein. Diskret, versteht sich.

Warum?

Eine Frage muss ich seit Beginn meines veganen Experimentes immer wieder beantworten: „Warum machst du das?“ Dabei fehlen mir oft die richtigen Worte. Zum Glück gibt es Leute, die rhetorisch geschickter sind als ich. Ellen DeGeneres bringt den Grund für vegane Ernährung auf den Punkt.

Aus genau diesen Überlegungen wollte ich schon seit Jahren Veganer werden. Solche Pläne auf später zu verschieben ist aber einfach und bislang war es mir zu mühsam, komplett auf tierische Produkte zu verzichten. Vor gut einem Monat sah ich dann den im Interview erwähnten Film Earthlings.

Earthlings ist schwere Kost. Nicht umsonst sagen viele, es sei der brutalste Film aller Zeiten. Was wir bei Horrorstreifen wie Saw als Fiktion konsumieren, ist hier tägliche Realität. Für mich war mit der Betrachtung dieses Filmes der Bogen der Verdrängung überspannt. Wie kann ich unterstützen, was so abscheulich ist, dass kaum jemand hinsehen will? Ich kann nicht. Das Experiment, einen Monat vegan zu leben, ist mein erster Schritt zur Bewältigung dieses Dilemmas.

Eines ist mir wichtig: Ich will niemanden zum Veganismus überreden. Dennoch empfehle ich jedem, Earthlings zu schauen. Es ist ein brutaler aber gut gemachter Film, der interessante Fragen aufwirft. Earthlings gibt es als DVD oder kostenlos im Web.

Veganer werden krank

Vorgestern beschloss mein Hals, sich zu entzünden und gestern ist auch der Magen zur Party erschienen. Heute haben sich die Spassvögel wieder etwas beruhigt. „Es geht etwas um“ sagten die einen, „jetzt stirbst du“ die anderen und doppelten mit „das hast du davon“ nach.

Kranke Veganer sind das Benzin der antiveganen Zeusler. Der Satz klingt viel zu dogmatisch aber lasst mich stolz sein auf diese literarisch einzigartige Analogie.

Nüchtern betrachtet haben der Partymagen und Kollege Hals wenig mit Veganismus zu tun. Nach zwei Tagen kriegt man keine Mangelerscheinungen und schwer zu verdauen war die Nahrungsumstellung sicher auch nicht. Kritische Leser dürfen gerne spekulieren, sollten aber an folgendes denken: Auch Nichtveganer werden krank.

Mein Menüplan war gestern etwas kurz und einseitig …

  • Frischer Fruchtsaft von der Migros
  • Tomatensuppe im nicht erwähnenswerten Restaurant
  • Pasta mit Tomatensauce vom Vortag
  • Nüsse

… aber ich war ja auch krank. Seit dem Start habe ich noch gar nie richtig gekocht aber zum Glück ist heute Sonntag. Es ist doch Sonntag, oder?

Schon jetzt möchte ich euch für all die Diskussionen zu meinem veganen Selbstversuch danken. Die Kommentare zu den ersten beiden Beiträgen haben mich gefreut und auch draussen auf der Strasse führte ich spannende Gespräche.

Ihr seid nette Leute, hat euch das mal jemand gesagt? Reines Quellwasser über euer Haupt!