Ein Twitterer aus Bern unter Pandas in Zürich

versprechen

meine lieben freunde oder besser: freunde von freunden und derer die so tun als ob,

zum zweiten mal möchte ich herrn tschannen auf seinem blog als gastautorin beglücken – oder beleidigen, je nach auffassung des gnädigen gastgebers. zur auswahl stand eine erörterung bezüglich nützlichkeit der weltherrschaft im aktuell beschissenen zustand, ein vortrag von leslie, der dummen, dicken, armen kuh, die keine freunde findet, weil sie stinkt beim scheissen – oder dieser nette, süsse, vor empathie triefende beitrag zu einem sogenannt besseren leben. (moment – der sexy barkeeper hat meine schoggimilch viel zu heiss gemacht (ich hoffe das ist sein statement zu meiner person). ich muss mich aufrührerischen blickes beschweren!)

nun gut.

da mir jeglicher übergang von einleitung zu haupttext misslingt, muss ich einfach beginnen. ich berichte aus einem buch der tolteken. aus einem furchtbar reisserisch, pathetisch, miserabel geschriebenen eso-buch (don miguel ruiz, „die vier versprechen“), das ich niemandem zu lesen empfehle. die message, however, finde ich absolut mitteilenswert.

das buch handelt von vier versprechen, die ich mit mir selber und dem leben eingehe. bevor ich mich diesen vier neuen versprechen zuwenden kann, muss ich mir bewusst machen, was ich bereits mit mir und dem leben vereinbart habe. es handelt sich dabei um (moralische) grundsätze, ansprüche und erwartungen an mich, mein leben oder andere menschen, regeln, muster, undsoweiter. ich  trenne mich von all diesen fürchterlichen, über viele jahre eingeprägten altlasten und wende mich gleichzeitig den folgenden, simpel klingenden, edlen, vier versprechen zu:

1. „wähle deine worte mit bedacht und sei untadelig mit ihnen.“

interessant und sehr einleuchtend an diesem ersten versprechen finde ich, dass man worte nicht nur gegenüber anderen menschen ausspricht, sondern auch gegenüber sich selber. angesprochen wird der eigene, innere richter, der ständig sein urteil über die eigenen taten vollzieht. eine kommentierende, einengende und urteilende innere stimme! werden wir ihn los, diesen pingeligen, strengen, peinigenden nichtsnutz!

das versprechen meint, dass man mit bedacht und umsicht denkt und spricht: ich richte nicht, formuliere keine bösartigkeiten, überdenke, was ich sagen will, um es erst dann auszusprechen. häm. was mir natürlich besonders schwer fällt, denn HOPP, ist es draussen! wasauchimmer!

2. „nimm nichts persönlich.“

denn was immer der andere sagt oder tut, beruht auf seiner eigenen geschichte und nicht auf meiner. was immer ich tue, tue ich meinetwegen – und genauso verhält sich das bei allen anderen menschen. wenn ich etwas persönlich nehme, gehe ich davon aus, dass der andere die welt durch meine augen sieht. dieses zweite, so banale versprechen verfolgt mich schon lange – tausendmal gehört – aber es tatsächlich einzuverleiben ist schwierig. wie schnell schliesse ich von mir auf andere, wie oft versuche ich mir ein verhalten zu erklären, wie oft bin ich beleidigt, oder ahle mich in einem lob! natürlich darf ich damit nicht jegliches verhalten von anderen entschuldigen! denn sehr wohl gibt es handlungen oder worte die mich verletzen.

dieses zweite versprechen geht hand in hand mit dem dritten:

3. „zieh keine voreiligen schlüsse.“

und bedeutet soviel wie: ich werte oder urteile nicht, ohne genau zu wissen, worum es geht (eigentlich urteile ich auch dann nicht.). ich frage! frage, was ich wissen will! frage, wenn ich das bedürfnis habe, etwas zu erfahren. ich rate nicht, und schliesse nicht von mir auf die anderen. und ich sollte auch nicht davon ausgehen, dass der andere weiss, was ich will.

4. „gib immer dein bestes.“

das vierte versprechen ist ein ermutigendes! eines, das mein herz anspricht. es motiviert dazu, dass man in jedem moment des lebens sein bestmögliches tut. es meint damit nicht, dass man sich stets über alle massen überfordern und beanspruchen muss, sondern mehr, dass man sich seiner energie gewahr wird, und dass man diese richtig einsetzt. dass man spürt, was man leisten mag und dies dann mit hingabe vollbringt. dass man mit körper, geist und seele an dem einem ort ist. keine zerstreuung. keine hetze. keine ablenkungen. schöpfe ich tatsächlich aus dem vollen, so werde ich nie ein schlechtes gewissen haben, denn ich weiss: ich habe mein bestes gegeben. dieses vierte und letzte versprechen geht meiner meinung nach mit dem zen gedanken einher: lebe im moment. geniesse den moment. mach das beste aus jedem moment und nimm diesen mit allen dir zur verfügung stehenden sinnen wahr.

was bleibt mir da noch anzufügen? ohja, ich habe mich geoutet, mich mit weiteren dingen zu befassen, als dass ich auf einer platt-form wie twitter zugeben würde. und ich gebe mich öffentlich zum abschuss frei. haut rein, eure kommentare, zerreisst mich! – denn wisst ihr was: ich nehms einfach nicht persönlich.

ich habe irgendwann beschlossen ein glücklicher mensch zu werden. und es scheint mir, als läge diese entscheidung tatsächlich in meiner hand.

Board5 Laax

Die schönsten Tage sind die, die man mit guten Freunden verbringt. Gleich drei solche Tage erlebte ich letztes Wochenende, als @schnellnicole, @pumuggel, @prunio und ich uns zum traditionellen Snowboard-Tweetup Board5 im Riders Palace in Laax einquartierten.

Der @pumuggel hat das Rohmaterial unserer Helmkameras zu einem Film zusammengeschnitten. Dass dieser Film kaum beeindruckende Snowboardtricks, dafür aber viel Après-Snowboard enthält, ist bezeichnend für diese Ausgabe von Board5. Das war aber ganz gut so.

Nach drei Tagen Münzezwätschge trinke ich nun wieder Wasser frisch von der Leitung. Und auch das ist gut so.

Projekt35

Der Mensch setzt sich Vorgaben um Ziele zu erreichen. Wenn Gerda gertenschlank werden will, dann ersetzt sie zwei Kotlett pro Woche durch Fitnessteller. Oder wenn Ernst es ernst meint mit dem Umweltschutz, dann lässt er das Töffli bei gutem Wetter stehen und geht zu Fuss zum Jassen in die Beiz.

Natürlich gelüstet es Gerda am zweiten Tag schon nach Cordon Bleu und Ernst ist so knapp in der Zeit, dass er ausnahmsweise doch das Puch Maxi S aus dem Holzschuppen holt. Beide erreichen Ihre Ziele nicht. Sie sind frustriert. Gerda geht nun zum Sternenwirt, wo die Kotletts links und rechts über den Teller hängen und Ernst nimmt sogar das Töffli um dem Nachbarn die Tierwelt aus dem Briefkasten zu stehlen.

Dabei könnte sich der Mensch doch Vorgaben setzen für Dinge, die er gerne tut.

Nehmen wir Markus als fiktives Beispiel. Markus fährt gerne Snowboard. Er hat sich vor zwei Wintern die Vorgabe gesetzt 21 Tage auf dem Brett zu stehen. Projekt21 hiess der Plan damals, wurde im folgenden Winter zu Projekt28 und heisst heute Projekt35. Die ersten acht Tage sind bereits Geschichte, 17 weitere hat Markus fix gebucht und die restlichen zehn werden sich spontan ergeben.

Dank seiner Vorgabe blickt Markus nicht erst am Ende der Saison auf einen grossartigen Winter zurück. Er weiss schon im Dezember, dass er viel Zeit mit Freunden verbringen wird, dabei einiges erlebt und neue Tricks lernt. Wie das aussieht haben Thomas der Hotelier und Jonas der Snowboard-Wingman in ihren Blogs dokumentiert.

Nicht fehlen darf natürlich ein Après-Ski Geheimtipp. Bestellt doch das nächste Mal ein heisses Wasser mit Zwetschgenschnaps und Zucker.

Auf Traumjobsuche

Vor wenigen Wochen habe ich meine Stelle als Kommunikationsmensch -buddhist beim besten IT-Dienstleister aller Zeiten (Puzzle ITC) gekündigt. Nun halte ich Ausschau nach einem neuen Arbeitgeber, der mir ab 1. März 2011 abwechslungsreiche Aufgaben überträgt. Ich nenne es die Suche nach dem Traumjob.

Natürlich erwarte ich nicht, dass mir dank diesem Blogbeitrag der gebratene Tofu in den Mund fliegt. Ich werde Stellenausschreibungen durchforsten, Bewerbungen verschicken und hoffen. Dennoch: Immer mal wieder ist der klassische Weg nur einer von vielen. Und vielleicht kennt jemand von euch einen netten Chef, der gerade enthusiastische Kommunikationsmenschen -zenmönche sucht. Für diesen Fall habe ich auf der Hinterseite meines Blogs ein kurzes Online-CV gezimmert.

Vielen Dank an alle, die mir geholfen haben oder noch helfen werden. Ich bin gespannt, was das Leben mit mir vor hat und aus wessen Wasserspender ich ab März trinken werde.

Edit: Stefan Herrmann als Komm-Dalailama hat natürlich treffend angemerkt, dass es nicht „Kommunikationsmensch“ heisst.

Pandashopping

Die älteren unter euch erinnern sich noch daran, wie ich sechs Wochen vegan lebte. Das war irgendwann vor der letzten Sonnenfinsternis.

Damals realisierte ich, irgendwo zwischen Tofu und Gemüse, wie wenig wir über unser Essen wissen. Verpackte Lebensmittel zeigen uns zwar ihre Zutaten, vor dem Herstellungsprozess aber hängt der Vorhang der Ahnungslosigkeit.

Eine kurze Milchbüechlirechnung ergibt, dass ich für Lebensmittel im Jahr zwischen ein und zwei Monatslöhne ausgebe. Mit diesem Budget obliegt mir als Konsument eine ethische Verantwortung, die ich heute mit schwachem Informationshintergrund wahrnehmen muss.

Zum Glück gibt es Hilfsmittel. So zum Beispiel die WWF Ratgeber App für iPhone und Android. Sie zeigt mir, wo ich ein Goût Mieux Restaurant finde, welche Labels empfehlenswert sind und welche Gemüse und Früchte derzeit reifen. Ich esse keinen Fisch. Täte ich das, so zeigte mir die App, welche Fische sich derzeit lieber vermehren als via Filetmesser auf meinen Teller zu hüpfen. Nach Durchsicht der Liste kann ich mir nicht vorstellen, wie ein Konsument ohne solch ein Hilfsmittel verantwortungsvoll Fisch kaufen kann.

Auch Migipedia ist ein wertvolles Projekt. Zwar liefert die Migros dort selber wenig Informationen, bietet ihren Kunden aber eine Plattform, um sich über Produkte auszutauschen. Das ist ehrenhaft, denn die Migros erlaubt damit auch kritische Kommentare.

Was freilich noch fehlt, ist eine umfassende Datenbank mit offenen Schnittstellen. Ich möchte mit meinem Telefon den Barcode eines Produktes einscannen und damit alle Details zu dessen Herstellung finden. Natürlich inklusive Informationen von Drittorganisationen, zum Beispiel der Einschätzung des WWF zu einem bestimmten Fisch.

Ich weiss allerdings noch nicht, wie ich den Barcode von Wasser aus dem Wasserhahn einscannen könnte.

it hurts not much

herr tschannen hat gesagt, ich soll etwas lustiges über kühe schreiben.

aber eigentlich möchte ich lieber von susi schreiben. kennen sie susi? bestimmt kennen sie susi! die ganze welt kennt sie. denn sie klingt laut und einprägsam aus der rauchigen stimme eines mannes:

„don’t let go, never give up it’s such a wonderful life!“

ich möchte von susi schreiben. von susi singen. ich möchte susi sein. susi, wie sie den gebrochenen family-man an die wand wirft, wie die küsse burn like fire. ich möchte im regen stehen – in susis körper. ihre leidenschaft meine werden lassen. ich möchte wieder teenie sein! naiver, lustgesteuerter, von pickeln geplagter teenie im rausch des liebesfeuers!

hurts hats geschafft! die geschniegelten herren in ihren properen anzügen haben das geschafft, was noch keiner vor ihnen geschafft hat. die hausfrauen hängen an ihren lippen, die teenies an den knackigen popobacken, die balkanländer an ihren flachen hinterköpfen, die hitparadenhörer an ihren beats. und ich… ich hänge an ihren anzügen, an ihren worten, an ihren klängen. aber vor allem, hänge ich an ihrer gnadenlosen, sich versprühenden und infiltrierenden schwarzen hoffnung. ich tanze mit ihnen. ich schwimme mit ihnen. ich gehe mit ihnen auf. und unter.

der regen tropft mir von der stirn, von den lippen. ich spüre die dunkelheit in der gasse. eine zerrissenheit. das lachen im mundwinkel, eine träne im auge. und eine unaufhaltsame macht steigt in mir auf: wenn ich explodiere, dann bin ich frei.

don’t let go.

Revenge ist eines meiner Liebligsvideos der Niederländer Künstler Lernert & Sander.

Dieser Blogbeitrag hat einen Bruderpost auf hosae & friends | Yeah.