Ein Twitterer aus Bern unter Pandas in Zürich

Archiv für März, 2011

versprechen

meine lieben freunde oder besser: freunde von freunden und derer die so tun als ob,

zum zweiten mal möchte ich herrn tschannen auf seinem blog als gastautorin beglücken – oder beleidigen, je nach auffassung des gnädigen gastgebers. zur auswahl stand eine erörterung bezüglich nützlichkeit der weltherrschaft im aktuell beschissenen zustand, ein vortrag von leslie, der dummen, dicken, armen kuh, die keine freunde findet, weil sie stinkt beim scheissen – oder dieser nette, süsse, vor empathie triefende beitrag zu einem sogenannt besseren leben. (moment – der sexy barkeeper hat meine schoggimilch viel zu heiss gemacht (ich hoffe das ist sein statement zu meiner person). ich muss mich aufrührerischen blickes beschweren!)

nun gut.

da mir jeglicher übergang von einleitung zu haupttext misslingt, muss ich einfach beginnen. ich berichte aus einem buch der tolteken. aus einem furchtbar reisserisch, pathetisch, miserabel geschriebenen eso-buch (don miguel ruiz, „die vier versprechen“), das ich niemandem zu lesen empfehle. die message, however, finde ich absolut mitteilenswert.

das buch handelt von vier versprechen, die ich mit mir selber und dem leben eingehe. bevor ich mich diesen vier neuen versprechen zuwenden kann, muss ich mir bewusst machen, was ich bereits mit mir und dem leben vereinbart habe. es handelt sich dabei um (moralische) grundsätze, ansprüche und erwartungen an mich, mein leben oder andere menschen, regeln, muster, undsoweiter. ich  trenne mich von all diesen fürchterlichen, über viele jahre eingeprägten altlasten und wende mich gleichzeitig den folgenden, simpel klingenden, edlen, vier versprechen zu:

1. „wähle deine worte mit bedacht und sei untadelig mit ihnen.“

interessant und sehr einleuchtend an diesem ersten versprechen finde ich, dass man worte nicht nur gegenüber anderen menschen ausspricht, sondern auch gegenüber sich selber. angesprochen wird der eigene, innere richter, der ständig sein urteil über die eigenen taten vollzieht. eine kommentierende, einengende und urteilende innere stimme! werden wir ihn los, diesen pingeligen, strengen, peinigenden nichtsnutz!

das versprechen meint, dass man mit bedacht und umsicht denkt und spricht: ich richte nicht, formuliere keine bösartigkeiten, überdenke, was ich sagen will, um es erst dann auszusprechen. häm. was mir natürlich besonders schwer fällt, denn HOPP, ist es draussen! wasauchimmer!

2. „nimm nichts persönlich.“

denn was immer der andere sagt oder tut, beruht auf seiner eigenen geschichte und nicht auf meiner. was immer ich tue, tue ich meinetwegen – und genauso verhält sich das bei allen anderen menschen. wenn ich etwas persönlich nehme, gehe ich davon aus, dass der andere die welt durch meine augen sieht. dieses zweite, so banale versprechen verfolgt mich schon lange – tausendmal gehört – aber es tatsächlich einzuverleiben ist schwierig. wie schnell schliesse ich von mir auf andere, wie oft versuche ich mir ein verhalten zu erklären, wie oft bin ich beleidigt, oder ahle mich in einem lob! natürlich darf ich damit nicht jegliches verhalten von anderen entschuldigen! denn sehr wohl gibt es handlungen oder worte die mich verletzen.

dieses zweite versprechen geht hand in hand mit dem dritten:

3. „zieh keine voreiligen schlüsse.“

und bedeutet soviel wie: ich werte oder urteile nicht, ohne genau zu wissen, worum es geht (eigentlich urteile ich auch dann nicht.). ich frage! frage, was ich wissen will! frage, wenn ich das bedürfnis habe, etwas zu erfahren. ich rate nicht, und schliesse nicht von mir auf die anderen. und ich sollte auch nicht davon ausgehen, dass der andere weiss, was ich will.

4. „gib immer dein bestes.“

das vierte versprechen ist ein ermutigendes! eines, das mein herz anspricht. es motiviert dazu, dass man in jedem moment des lebens sein bestmögliches tut. es meint damit nicht, dass man sich stets über alle massen überfordern und beanspruchen muss, sondern mehr, dass man sich seiner energie gewahr wird, und dass man diese richtig einsetzt. dass man spürt, was man leisten mag und dies dann mit hingabe vollbringt. dass man mit körper, geist und seele an dem einem ort ist. keine zerstreuung. keine hetze. keine ablenkungen. schöpfe ich tatsächlich aus dem vollen, so werde ich nie ein schlechtes gewissen haben, denn ich weiss: ich habe mein bestes gegeben. dieses vierte und letzte versprechen geht meiner meinung nach mit dem zen gedanken einher: lebe im moment. geniesse den moment. mach das beste aus jedem moment und nimm diesen mit allen dir zur verfügung stehenden sinnen wahr.

was bleibt mir da noch anzufügen? ohja, ich habe mich geoutet, mich mit weiteren dingen zu befassen, als dass ich auf einer platt-form wie twitter zugeben würde. und ich gebe mich öffentlich zum abschuss frei. haut rein, eure kommentare, zerreisst mich! – denn wisst ihr was: ich nehms einfach nicht persönlich.

ich habe irgendwann beschlossen ein glücklicher mensch zu werden. und es scheint mir, als läge diese entscheidung tatsächlich in meiner hand.

Board5 Laax

Die schönsten Tage sind die, die man mit guten Freunden verbringt. Gleich drei solche Tage erlebte ich letztes Wochenende, als @schnellnicole, @pumuggel, @prunio und ich uns zum traditionellen Snowboard-Tweetup Board5 im Riders Palace in Laax einquartierten.

Der @pumuggel hat das Rohmaterial unserer Helmkameras zu einem Film zusammengeschnitten. Dass dieser Film kaum beeindruckende Snowboardtricks, dafür aber viel Après-Snowboard enthält, ist bezeichnend für diese Ausgabe von Board5. Das war aber ganz gut so.

Nach drei Tagen Münzezwätschge trinke ich nun wieder Wasser frisch von der Leitung. Und auch das ist gut so.