Ein Twitterer aus Bern unter Pandas in Zürich

Archiv für Januar, 2011

Projekt35

Der Mensch setzt sich Vorgaben um Ziele zu erreichen. Wenn Gerda gertenschlank werden will, dann ersetzt sie zwei Kotlett pro Woche durch Fitnessteller. Oder wenn Ernst es ernst meint mit dem Umweltschutz, dann lässt er das Töffli bei gutem Wetter stehen und geht zu Fuss zum Jassen in die Beiz.

Natürlich gelüstet es Gerda am zweiten Tag schon nach Cordon Bleu und Ernst ist so knapp in der Zeit, dass er ausnahmsweise doch das Puch Maxi S aus dem Holzschuppen holt. Beide erreichen Ihre Ziele nicht. Sie sind frustriert. Gerda geht nun zum Sternenwirt, wo die Kotletts links und rechts über den Teller hängen und Ernst nimmt sogar das Töffli um dem Nachbarn die Tierwelt aus dem Briefkasten zu stehlen.

Dabei könnte sich der Mensch doch Vorgaben setzen für Dinge, die er gerne tut.

Nehmen wir Markus als fiktives Beispiel. Markus fährt gerne Snowboard. Er hat sich vor zwei Wintern die Vorgabe gesetzt 21 Tage auf dem Brett zu stehen. Projekt21 hiess der Plan damals, wurde im folgenden Winter zu Projekt28 und heisst heute Projekt35. Die ersten acht Tage sind bereits Geschichte, 17 weitere hat Markus fix gebucht und die restlichen zehn werden sich spontan ergeben.

Dank seiner Vorgabe blickt Markus nicht erst am Ende der Saison auf einen grossartigen Winter zurück. Er weiss schon im Dezember, dass er viel Zeit mit Freunden verbringen wird, dabei einiges erlebt und neue Tricks lernt. Wie das aussieht haben Thomas der Hotelier und Jonas der Snowboard-Wingman in ihren Blogs dokumentiert.

Nicht fehlen darf natürlich ein Après-Ski Geheimtipp. Bestellt doch das nächste Mal ein heisses Wasser mit Zwetschgenschnaps und Zucker.

Advertisements

Auf Traumjobsuche

Vor wenigen Wochen habe ich meine Stelle als Kommunikationsmensch -buddhist beim besten IT-Dienstleister aller Zeiten (Puzzle ITC) gekündigt. Nun halte ich Ausschau nach einem neuen Arbeitgeber, der mir ab 1. März 2011 abwechslungsreiche Aufgaben überträgt. Ich nenne es die Suche nach dem Traumjob.

Natürlich erwarte ich nicht, dass mir dank diesem Blogbeitrag der gebratene Tofu in den Mund fliegt. Ich werde Stellenausschreibungen durchforsten, Bewerbungen verschicken und hoffen. Dennoch: Immer mal wieder ist der klassische Weg nur einer von vielen. Und vielleicht kennt jemand von euch einen netten Chef, der gerade enthusiastische Kommunikationsmenschen -zenmönche sucht. Für diesen Fall habe ich auf der Hinterseite meines Blogs ein kurzes Online-CV gezimmert.

Vielen Dank an alle, die mir geholfen haben oder noch helfen werden. Ich bin gespannt, was das Leben mit mir vor hat und aus wessen Wasserspender ich ab März trinken werde.

Edit: Stefan Herrmann als Komm-Dalailama hat natürlich treffend angemerkt, dass es nicht „Kommunikationsmensch“ heisst.

Pandashopping

Die älteren unter euch erinnern sich noch daran, wie ich sechs Wochen vegan lebte. Das war irgendwann vor der letzten Sonnenfinsternis.

Damals realisierte ich, irgendwo zwischen Tofu und Gemüse, wie wenig wir über unser Essen wissen. Verpackte Lebensmittel zeigen uns zwar ihre Zutaten, vor dem Herstellungsprozess aber hängt der Vorhang der Ahnungslosigkeit.

Eine kurze Milchbüechlirechnung ergibt, dass ich für Lebensmittel im Jahr zwischen ein und zwei Monatslöhne ausgebe. Mit diesem Budget obliegt mir als Konsument eine ethische Verantwortung, die ich heute mit schwachem Informationshintergrund wahrnehmen muss.

Zum Glück gibt es Hilfsmittel. So zum Beispiel die WWF Ratgeber App für iPhone und Android. Sie zeigt mir, wo ich ein Goût Mieux Restaurant finde, welche Labels empfehlenswert sind und welche Gemüse und Früchte derzeit reifen. Ich esse keinen Fisch. Täte ich das, so zeigte mir die App, welche Fische sich derzeit lieber vermehren als via Filetmesser auf meinen Teller zu hüpfen. Nach Durchsicht der Liste kann ich mir nicht vorstellen, wie ein Konsument ohne solch ein Hilfsmittel verantwortungsvoll Fisch kaufen kann.

Auch Migipedia ist ein wertvolles Projekt. Zwar liefert die Migros dort selber wenig Informationen, bietet ihren Kunden aber eine Plattform, um sich über Produkte auszutauschen. Das ist ehrenhaft, denn die Migros erlaubt damit auch kritische Kommentare.

Was freilich noch fehlt, ist eine umfassende Datenbank mit offenen Schnittstellen. Ich möchte mit meinem Telefon den Barcode eines Produktes einscannen und damit alle Details zu dessen Herstellung finden. Natürlich inklusive Informationen von Drittorganisationen, zum Beispiel der Einschätzung des WWF zu einem bestimmten Fisch.

Ich weiss allerdings noch nicht, wie ich den Barcode von Wasser aus dem Wasserhahn einscannen könnte.

it hurts not much

herr tschannen hat gesagt, ich soll etwas lustiges über kühe schreiben.

aber eigentlich möchte ich lieber von susi schreiben. kennen sie susi? bestimmt kennen sie susi! die ganze welt kennt sie. denn sie klingt laut und einprägsam aus der rauchigen stimme eines mannes:

„don’t let go, never give up it’s such a wonderful life!“

ich möchte von susi schreiben. von susi singen. ich möchte susi sein. susi, wie sie den gebrochenen family-man an die wand wirft, wie die küsse burn like fire. ich möchte im regen stehen – in susis körper. ihre leidenschaft meine werden lassen. ich möchte wieder teenie sein! naiver, lustgesteuerter, von pickeln geplagter teenie im rausch des liebesfeuers!

hurts hats geschafft! die geschniegelten herren in ihren properen anzügen haben das geschafft, was noch keiner vor ihnen geschafft hat. die hausfrauen hängen an ihren lippen, die teenies an den knackigen popobacken, die balkanländer an ihren flachen hinterköpfen, die hitparadenhörer an ihren beats. und ich… ich hänge an ihren anzügen, an ihren worten, an ihren klängen. aber vor allem, hänge ich an ihrer gnadenlosen, sich versprühenden und infiltrierenden schwarzen hoffnung. ich tanze mit ihnen. ich schwimme mit ihnen. ich gehe mit ihnen auf. und unter.

der regen tropft mir von der stirn, von den lippen. ich spüre die dunkelheit in der gasse. eine zerrissenheit. das lachen im mundwinkel, eine träne im auge. und eine unaufhaltsame macht steigt in mir auf: wenn ich explodiere, dann bin ich frei.

don’t let go.

Revenge

Revenge ist eines meiner Liebligsvideos der Niederländer Künstler Lernert & Sander.

Dieser Blogbeitrag hat einen Bruderpost auf hosae & friends | Yeah.