Ein Twitterer aus Bern unter Pandas in Zürich

Gadgetaskese

Nie werde ich ein Apfelblogger sein, wahrscheinlich auch kein Androidenblogger. Ich werde mich selten über Kameras, Netbooks und Tablets auslassen weil mich der Plunder nicht mehr interessiert.

Die Ursache ist eine Gadgetaskese die ich mir vor Jahren auferlegt habe. Gründe dafür gab und gibt es viele:

  • Ökologie. Von grauer Energie über Batterien bis zum aufwändigen Recycling; Gadgets haben eine schlechte Ökobilanz.
  • Soziale Verantwortung. Menschen die Gadgets herstellen arbeiten unter unwürdigen Bedingungen, vom Rohstoffabbau bis zur Montage.
  • Gesundheit. Gadgets produzieren magnetische Felder und sind versetzt mit giftigen Weichmachern und Brandhemmern.
  • Finanzen. Gadgets kosten Geld, vor allem dann, wenn man sie als erster haben will, obwohl man sie eigentlich gar nicht bräuchte.

Die Gadgetaskese ist mein persönlicher Beweis, dass sich ein Mensch aus eigener Überzeugung ändern kann. Dies gerade weil ich früher verrückt war nach Hitech. Mit 17 kaufte ich eine teure Hi-8 Videokamera, die ich kaum benutzte und nach dem einsetzenden Digitalboom auch nicht mehr verkaufen konnte. Danach legte ich mir ein Psion PDA zu, das mir wider Erwarten auch nicht lange Freude bescherte. Etwas musste sich ändern.

Erstaunlich wie Verzicht die Zufriedenheit fördert. Heute fühle ich mich glücklicher als früher mit all den Spielsachen. Dabei verhalte ich mich lediglich gemässigt, denn ich besitze nach wie vor elektronische Geräte:

  • Ein 6-jähriges Notebook das meinem Arbeitgeber gehörte
  • Ein geschenkter Bildschirm und eine gebrauchte externe Festplatte
  • Ein älteres Android Handy mit guten aber günstigen Kopfhörern
  • Eine Spiegelreflexkamera mit dem Nötigsten an Zubehör
  • Eine Stereoanlage die mir seit 15 Jahren gehört und eine weitere alte Stereoanlage mit Plattenspieler, die ich gebraucht gekauft habe

Ich besitze dagegen bewusst keinen Fernseher, Drucker, Scanner, keine Mikrowelle, kein Tablet, Netbook, MP3-Player, … Es hat seine Zeit gebraucht aber heute löst weder der Besuch im Mediamarkt noch Daydeal einen Kaufwunsch in mir aus.

Trotz Askese entgeht mir nichts an Funktionalität. Ich kann tolle Fotos machen, Musik hören und einen Computer habe ich ja auch. Ich verzichte lediglich auf Dinge die ich nicht benötige, auf etwas Komfort und auf den neusten Schrei der Technologie. Und wirklich, es geht mir gut. So, jetzt ein Schluck Wasser.

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Kommentare zu: "Gadgetaskese" (4)

  1. Mit Verlaub – so richtig schlüssig ist das Ganze in sich nicht. Zwar bedeutet Askese nicht den generellen Verzicht auf eine Sache, aber im Groben hast Du das was die haben, die Du eigentlich milde kritisierst und wenn Dein 6 Jahre alter Rechner morgen nicht mehr einschaltet, wirst Du ihn ersetzen. Das gleiche gilt für Musik, Kamera, etc. Insofern …

  2. @Daywalker Das Wort Askese ist im Kontext des westlichen Wohlstandes ohnehin zynisch, dessen bin ich mir bewusst. Und Du hast recht, ich verzichte nicht auf viel, aber genau darin sehe ich meine Kernaussage.

    Klar, ich benötige einen Ersatz wenn mein Rechner morgen irreparabel defekt ist. Ich hätte das ohnehin schon schwachbrüstige Subnotebook aber bereits vor 3 Jahren ersetzen können, als die ersten Programme mehr Leistung einforderten. Der doppelte finanzielle Einsatz und die doppelte ökologische Belastung hätten mir aber eine Infrastruktur beschert, die mir heute keine 10% mehr an Nutzen böte. Gleich verhält es sich mit den anderen Geräten: Produziert eine neue Stereoanlage bessere Musik? Was entgeht mir ohne Fernseher? Benötige ich einen Drucker?

    Dieses Fragen ernsthaft zu beantworten, und dabei die geekige Gier nach neuen Spielzeugen auszuschalten, das war mein inzwischen erreichtes Ziel.

    So will ich in mit dem obigen Beitrag auch nicht mein Verhalten dem von Anderen gegenüberstellen, sonden lediglich meine eigene Verhaltensänderung dokumentieren.

  3. […] zu testen. Er drückt dann doch noch verzückt auf einem Galaxy Tab rum und ärgert sich über die Gadgetaskese, mit der er hier rumplagööret […]

  4. u wo si ietze die behind-the-scene Fotone?

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