Ein Twitterer aus Bern unter Pandas in Zürich

Archiv für September, 2010

Schwein gehabt

In meinem ersten Beitrag über Veganismus schrieb ich „es wird mir kaum gelingen, restlos auf tierische Produkte zu verzichten“. Was meinte ich damit?

Ingredients: Aqua, Sodium Laureth Sulfate, Cocamide DEA, Cocamidopropyl Betaine, Sodium Chloride, Polysorbate 20, Piroctone Olamine, Phenoxyethanol, Panthenol, Propylene Glycol, Dimethicone Propyl PG-Betaine, Mel, Citric Acid, Guar Hydroxypropyltrimonium Chloride, Sodium Salicylate, Methylparaben, Parfum, Glycerin, Disodium EDTA, Linalool, Butylparaben, Ethylparaben, Zingiber Officinalis Root Extract, Limonene, Betula Alba Bark Extract, Isobutylparaben, Propylparaben, Salix Alba Bark Extract, Citral, Citronellol, Evernia Prunastri Extract, Benzyl Alcohol.

Dienstagsrätsel: Zu welchem Produkt gehören diese Zutaten? Und wer weiss, ob dieses Produkt Schwein enthält?

Via Merely Thinking, den Blog von @mmmatze, bin ich auf einen TED-Vortrag von Christien Meindertsma gestossen. Die gute Frau hat das Schwein mit der Nummer 05049 verfolgt. Aber seht selbst:

Ist konsequenter Veganismus also unmöglich? Nicht zwingend, denn die Vegan Society definiert Veganismus als „a way of living that seeks to exclude, as far as possible and practicable, all forms of exploitation of, and cruelty to, animals for food, clothing and any other purpose„.

Zum Glück kommt wenigstens Wasser noch ohne Schwein aus. Prost.

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Veganer werden krank

Vorgestern beschloss mein Hals, sich zu entzünden und gestern ist auch der Magen zur Party erschienen. Heute haben sich die Spassvögel wieder etwas beruhigt. „Es geht etwas um“ sagten die einen, „jetzt stirbst du“ die anderen und doppelten mit „das hast du davon“ nach.

Kranke Veganer sind das Benzin der antiveganen Zeusler. Der Satz klingt viel zu dogmatisch aber lasst mich stolz sein auf diese literarisch einzigartige Analogie.

Nüchtern betrachtet haben der Partymagen und Kollege Hals wenig mit Veganismus zu tun. Nach zwei Tagen kriegt man keine Mangelerscheinungen und schwer zu verdauen war die Nahrungsumstellung sicher auch nicht. Kritische Leser dürfen gerne spekulieren, sollten aber an folgendes denken: Auch Nichtveganer werden krank.

Mein Menüplan war gestern etwas kurz und einseitig …

  • Frischer Fruchtsaft von der Migros
  • Tomatensuppe im nicht erwähnenswerten Restaurant
  • Pasta mit Tomatensauce vom Vortag
  • Nüsse

… aber ich war ja auch krank. Seit dem Start habe ich noch gar nie richtig gekocht aber zum Glück ist heute Sonntag. Es ist doch Sonntag, oder?

Schon jetzt möchte ich euch für all die Diskussionen zu meinem veganen Selbstversuch danken. Die Kommentare zu den ersten beiden Beiträgen haben mich gefreut und auch draussen auf der Strasse führte ich spannende Gespräche.

Ihr seid nette Leute, hat euch das mal jemand gesagt? Reines Quellwasser über euer Haupt!

Tag 1 als Veganer

93% Reis, jodiertes Speisesalz, Hefeextrakt, Zwiebeln, pflanzliches Fett, 0.8% Pilze (Butterpilze, Steinpilze), Zucker, Speisesalz, Gewürze, Säuerungsmittel (Ascorbinsäure).

Glück gehabt, das schon länger gekaufte Fertigrisotto von Knorr scheint vegan zu sein. Schön, denn gerade bei Fertigprodukten hat es doch immer ein Bitzeli Milchpulver, Ei oder Schweineschmalz drin.

Nächste Hürde: Die Kochanleitung verlangt nach Butter und Käse. Das ersetzen wir durch Olivenöl und Gedankenkäse. So gut wie sonst schmeckt das zwar nicht, aber Risotto bewarb sich noch nie auf die Stelle als Königin der veganen Küche. Egal, es muss heute schnell gehen, drum auch Fertigrisotto.

Die erste Arbeitshypothese wurde am Mittag bereits bestätigt: Veganer haben es auswärts schwer. Meine Freunde bestellten Bagel mit Butter, Philadelphia und Roast Beef. Ich bat die Bedienung um eine vegane Variante. Ein langes Gesicht später war mein Wunsch erfüllt: Brot, Gemüse und Senf.

Der Bagel schmeckte gut. Einfach gut. Im Bagelladen meines Vertrauens schmecken Bagels aber normalerweise als ob in meinem Mund eine Party stattfände, zu der alle Aromen eingeladen sind. Weiteres Problem: Ich weiss nicht was im Brot drin war und auch der Senf sah verdächtig cremig aus.

Bewährte Speisen um tierischen Inhalte zu erleichtern ist nicht die Strategie für ein glückliches veganes Leben. Ich werde bessere Pläne aushecken.

Auf Dessert verzichtete ich heute, dafür gab es Kaffee. Schwarz, so wie ich ihn nicht mag. Kein Problem, ich trinke ja nur selten Kaffee. Zum Glück ist Wein vegan, und Wasser auch.

Monatsthema Veganismus

Ich will das Bloggen systematischer angehen, mich aber nicht für immer in eine Nische begeben. Am liebsten möchte ich ein Thema über mehrere Wochen dokumentieren und mich dabei kräftig in die Details verbeissen. Gesagt getan, tadaaa: Mein Blog erhält ab sofort einen monatlichen Schwerpunkt.

Das erste Monatsthema lautet Veganismus. Ich werde in den kommenden vier Wochen auf tierische Produkte verzichten. Über die Gründe für dieses Thema werde ich später mal an einem ereignislosen Tag philosophieren.

Es wird mir kaum gelingen, restlos auf tierische Produkte zu verzichten, weil ich es mir sehr schwierig vorstelle. Aber genau das gilt es jetzt herauszufinden; ich will mit freigeistiger Einstellung handeln, lernen und teilen. Dabei freue ich mich nicht nur über interessierte Leser, sondern auch auf anregende Diskussionen. Und jetzt beginne ich den Monat als Veganer mit einem symbolischen Glas Wasser.

Tag der offenen Herzen

Da nehme ich mir einmal die Zeit, dringende Sachen zu erledigen und dann ruft Wornis Dävu den Tag der offenen Herzen aus. Zum Glück hat er alles Wichtige schon gesagt. Es fehlt nur noch meine persönliche Dankesliste.

Danke an …

  • alle, die im Internet intelligentes und humorvolles teilen.
  • die vielen Leser meines noch jungen Blogs.
  • alle, die mich auf Twitter ertragen.
  • diejenigen, welche mich dort nicht mehr ertragen.
  • meinen Arbeitgeber, der das Internet zu meinem Beruf macht.
  • Meine Freunde bei der Arbeit, die mit mir bloggen.
  • Hansruedi für den Lacher des Jahres. #bündnerfleisch
  • alle die mich inspirieren, und mir unvergessliche Momente schenken.
  • all meine Freunde, on- und offline.

Mir gefällt dieses Internet 3.0, das immer mehr mit dem Real Life zusammenwächst. Erheben wir unser Wasserglas darauf, dass noch viele grossartige Momente vor uns liegen.

Wie hättet ihr mich denn gerne?

leumund Ist es weil ich krank bin oder kommt euch die Berner Twitterszene um @souslik und @kusito in letzter zeit auch recht infantil vor?

Die Frage ist berechtigt, lieber Leu. Und obwohl sie nicht an mich gerichtet war, habe ich mal drüber nachgedacht. Twittere ich zu unseriös? Muss ich etwas ändern? Als Kommunikationsmensch will ich ja nicht sinnfrei wirken.

Kommunikationsexperten die ihr Wissen teilen hat es auf Twitter aber schon viele; in diese Kerbe will ich nicht schlagen, denn schliesslich bin ich kein Berater. Zudem macht mir das freizeitliche Unterhaltungstwittern zu viel Spass um es zu lassen. Nach einer kurzen Analyse meiner letzten Tweets sehe ich eigentlich wenig infantiles. Ich würde mich eher als jugendlich übermütigen und zwischendurch frech blödsinnigen Twitterer bezeichnen. Was ist eure Meinung?

Immer wieder trifft man auf folgenden Satz: „Ich twittere wie ich will, es zwingt euch ja niemand, mir zu folgen.“ Klar, das wird immer die letzte Wahrheit bleiben. Mich interessiert aber durchaus, welche Ansprüche meine Follower an mich haben, denn ich will ja, dass sie bei mir bleiben.

So warte ich ab, trinke ein Glas Wasser und frage euch: Wie hättet ihr mich denn gerne, so als Twitterer? Seid ehrlich.

Sleepless in Brig

Fuzzy Time sagt es ist zwänzg ab eis, ich fasse mich kurz weil #müde.

Heute Mittag sass ich mit den vereinigten Berner Twitterfreunden zu Tische und verkündete, dass mein Leben mehr Rock’n’Roll benötigt. Sex und Drugs hatte ich schon ausprobiert, war aber ziemlich entäuscht.

Rock’n’Roll beginnt mit Spontanität und so beschloss ich, eine Reise nach Brig zu unternehmen. Völlig sinnlos halt. Begleitet hat mich der @brunosantschi weil Rock’n’Roll macht man ja nicht alleine.

Wider Erwarten steppte in Brig nicht der Bär und so plünderten wir den Selecta-Automaten. Maybe Baby tönte fancy klang interessant aber 5.40 reichten dafür nicht. Stattdessen kauften wir ein Twix, M&Ms und eine Packung Gummihamburger, purer Rock’n’Roll eben. Fertig, das ist die ganze Geschichte. Ich fühle mich wild.

Wer kreative Ideen für mehr Rock’n’Roll in meinem Leben hat, der möge mir einen Kommentar hinterlassen. Jetzt noch ein Glas Wasser und dann ab ins Bett. Morgen geht’s wieder richtig ab.