Ein Twitterer aus Bern unter Pandas in Zürich

Monatsthema Veganismus

Ich will das Bloggen systematischer angehen, mich aber nicht für immer in eine Nische begeben. Am liebsten möchte ich ein Thema über mehrere Wochen dokumentieren und mich dabei kräftig in die Details verbeissen. Gesagt getan, tadaaa: Mein Blog erhält ab sofort einen monatlichen Schwerpunkt.

Das erste Monatsthema lautet Veganismus. Ich werde in den kommenden vier Wochen auf tierische Produkte verzichten. Über die Gründe für dieses Thema werde ich später mal an einem ereignislosen Tag philosophieren.

Es wird mir kaum gelingen, restlos auf tierische Produkte zu verzichten, weil ich es mir sehr schwierig vorstelle. Aber genau das gilt es jetzt herauszufinden; ich will mit freigeistiger Einstellung handeln, lernen und teilen. Dabei freue ich mich nicht nur über interessierte Leser, sondern auch auf anregende Diskussionen. Und jetzt beginne ich den Monat als Veganer mit einem symbolischen Glas Wasser.

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Kommentare zu: "Monatsthema Veganismus" (32)

  1. theswiss schrieb:

    naja, der monat geht ja nur noch eine woche :-)
    bezieht sich die einschränkung nur auf die ernährung? sonst müsstest du dir schnellstens schuhe, portemonnaie und gürtel aus baumwolle stricken ;-)

    • Keine Angst, dieser Monat endet frühestens am 23. Oktober. Die Ernährung steht im Mittelpunkt aber andere Aspekte berücksichtige ich schon auch: Mein Gürtel war heute aus Bouele und der Gäudsecku synthetisch. Die Schuhe bestanden wahrscheinlich aus Tier, aber ich begebe mich sicher noch auf die Suche nach Alternativen.

  2. Ja, das Warum würde mich tatsächlich interessieren. Ich hab mal für eine gewisse Zeit auf Kaffee, Alkohol, 20Minuten und solche böse Sachen verzichtet, quasi um meinen “Geist zu säubern” oder so, und vorallem um zu sehen, ob ich das überhaupt kann. Der innere Schweinehund, der Saukerl, ist einfacher zu überwinden durch etwas, das man immer getan hat, nicht mehr zu tun, als dadurch, etwas neues zu tun. Vielleicht. Eben, warum? Auch ein akzeptabler Grund wäre für mich natürlich: zu Studienzwecken, damit du etwas im Blog zu berichten hast, eine neue Erfahrung sammeln. Oder auch weil du deinen Freunden so richtig auf die Eier gehen willst (haha, da haben wir’s schon, überall ist was tierisches drin). Ich wünsch dir jedenfalls viel Erfolg bei deinem Projekt. Aber lueg der guet, gäu!

    • Das Füllhorn der Gründe ist mannigfaltig beladen. Kurz aufgezäumt die wichtigsten: Selbsterkenntnis, Lernhunger, ökologische sowie ethische Überlegungen und natürlich den Freunden auf die Eier gehen, klar. Ich werde die Details noch in einem Buch niederschreiben … halt nein, warte, in einem Blogbeitrag. Ja, so wird’s sein.

      Wie ging denn dein Kafi-Alk-20Min-Versuch aus?

  3. kann man rein pflanzlich so viel essen, dass man genug kalorien zu sich nimmt? schmeckt das WIRKLICH? (ehrlich jetzt, interessiert mich)

    • Verhungern werde ich sicher nicht, denn Getreide, Zucker und Öl enthalten ja viel Energie. Ich vermute zudem, dass ich genügend Proteine erhalte und längerfristig eher auf die ausreichende Zufuhr einzelner Mineralstoffe und Vitamine achten muss. Bei einem Monat Veganismus mache ich mir aber noch keine Sorgen.

      Ein frisch gekochtes veganes Menü schmeckt wunderbar. Ich mag Gemüse auch ohne Rahm und Butter. Bei lieb gewonnenen Speisen musste ich heute aber bereits Abstriche machen. Ohne Opfer geht’s halt nicht.

  4. Hei du Salat! Ich glaube du hast schon verloren. Deine Kommentarantworten beziehen sich auf den Begriff “Eier” und sogar dein Nickname ist tierisch! Irgendwie hast du den Start verpasst… Aber imfall, ich glaub an dich!

  5. was mich noch interessieren würde: achtest du auch noch darauf, dass die nahrungsmittel bio, fairtrade etc. sind?

    • Ja. Hat aber nicht direkt mit diesem Experiment zu tun, weil ich auf Bio, Fairtrade, Herkunft und Inhaltsstoffe auch sonst achte.

  6. Yeah. Ich stehe auf Tiernamen. Dein Vorschlag? Hosäbär zählt nicht.

  7. *mirfälltkeinnameein* schrieb:

    Ha! Ich stand neulich gerade in der Veganischen Kochbuchabteilung und habe an dich gedacht. Dein Mami lässt ausrichten dass es noch Bärlauchpaste daheim habe (ohne Käse drin!). Ansonsten fragt es sich, wozu es dir neulich einen Vortrag gehalten habe, mehr Käse und tierisches Eiweiss zu dir zu nehmen.

    Ich persönlich kann mich ja erst ereifern wenn du beginnst Lichtnahrung zu dir zu nehmen, vorher hörst du keine blöden Sprüche….hihi.

    • Oh Schreck, Mutter macht Social Media Monitoring und kommuniziert über ihre Mediensprecherin mit dem Sohn. Modern.

      Das mit den tierischen Eiweissen war dann wohl nichts; die Bärlauchpaste kommt mir aber durchaus gelegen. Wehe jemand mischt da heimlich Parmesan drunter, der Sohn ist sich ja einiges gewohnt.

  8. Da bin ich mal gespannt, was du die nächsten Wochen so berichten wirst! :-) Du bist ja bereits Vegetarierer, falls ich das auf Twitter richtig mitbekommen habe?!

    Da ich mich aus ethischen Beweggründen seit Jahren ovo-lacto-vegetarisch ernähre, habe ich mir die Frage des Veganismus natürlich auch schon gestellt. Da meine Beweggründe aber auf eine industrialisierte Fleischproduktion (Massentierhaltung) und den meiner Meinung nach total überrissenen Fleischkonsum in der Gesellschaft (jeden Tag 1 – 2 Mal Fleisch) beruhen, erschien mir Veganismus immer zu “unnatürlich”. Denn ich fände Fleisch-/Fischkonsum im Grunde nicht falsch. Es hat halt in den letzten Jahrzehnten einfach ein perverses Ausmass angenommen.

    Auf jeden Fall viel Spass beim Sojamilch schlürfen und Vitamin-B12-Tabletten einwerfen. Um letzteres kommst du nicht rum, wenn du langfristig so leben willst. ;-)

    Item, ich freu mich auf deine Einkaufs- und Restauranterfahrungen. :-)

    • Danke Phil, meine Beweggründe sind sehr ähnlich. Bei den Details, Zusammenhängen, Abgrenzungen und der Konsequenz beginnt die spannende Philosophie.

      Ich habe schon gelernt, dass die B12-Tabletten nicht nötig sind, wenn das Gemüse mit Tierfäkalien verschmutzt ist. Nice to know aber nicht nice to have. :-) Um des Experimentes Willen werde ich mir sicher B12-Präparate besorgen, obwohl meine körpereigenen Depots sicher noch ein Jahr lang genug Vitamin liefern.

      • *mirfälltkeinnameein* schrieb:

        Das mit den Fäkalien wäre kein Problem wenn du endlich wieder einmal Gemüse vom Bauernhof essen würdest :)

  9. fräulein wurm schrieb:

    wo ist mutter?

    “i tell you: my mom was right about EVERYTHING!”

  10. [...] ich euch für all die Diskussionen zu meinem veganen Selbstversuch danken. Die Kommentare zu den ersten beiden Beiträgen haben mich gefreut und auch draussen auf der Strasse führte ich spannende [...]

  11. [...] Keine Ahnung wie man auf die Idee kommen kann veganisch zu leben, aber mitlesen können wir ja, wie Markus für einen Monat als Veganer leben will. Im Moment sind wir glaub bei Tag 3 und der Titel seines letzten Beitrages ist: Veganer werden [...]

  12. ein spannendes experiment, der geneigte (vegetarische) mitleser freut sich darauf den weiteren verlauf zu verfolgen.

    RE: Vitamin B 12: Ich nehme an, du hast auch mal Fleisch gegessen. Laut meinem Wissen (und Wikipedia [1], das ist relevanter) reicht eine genügende Aufnahme in früherer Zeit sicher, um einen Monat Veganismus völlig schadlos zu überstehen.

    [1]: http://de.wikipedia.org/wiki/Vitamin_B12#Vorkommen

    • Danke, danke. Ja, ich habe mal Fleisch gegessen aber das ist 20 Jahre her. Wobei als Vegetarier sollte ich ja auch B12 aufgenommen haben und darum über entsprechende Depots verfügen. Rein für das Experiment will ich dennoch mal zur Apothekerin sagen: “Grüessech, ich bin Veganer, habt ihr da was?” :-)

      • Spätestens bei Vitamin D sind sowieso wieder alle vereint.

        Bzw. auch nicht. Es gibt ja Leute, die von dieser bizarren Künstlichkeitsphobie so extrem betroffen sind, dass sie lieber ihr Skelett durch Osteoporose auspinkeln als sowas schrecklich künstliches wie Vitamine zu schlucken. Das andere Extrem sind die Placebosüchtler, die tonnenweise Nahrungsergänzungsmittel einwerfen, alles, obwohl der Mangel keine körperlichen Ursachen hat.

        Letztere alimentieren einen Milliardenmarkt, der zu 95% sinnlose und zum Teil sogar detrimente Produkte vertreibt, was dann mehr oder weniger offizielle Stellen dazu veranlasst, eben diesen Markt einzuschränken. Das Abraten vom Vitaminkonsum, auch dem sinvollen und angemessenen, wie die DGE das betreibt, ist dann gerade bei dem Thema Vitamin D als Kollateralschadenzu verbuchen.

        Das alles macht es Neuveganern nicht gerade leicht, denn die haben ja mehrere Hürden zu überspringen. Nicht nur die Veränderung ihrer Esskultur, sondern die meisten müssen sich ja zum ersten mal in ihrem Leben, indem die Mutterbrust von der Industrietitte, äh Tüte abgelöst wurde, bewusst mit Ernährung auseinander setzen. Und wer macht sich schon gerne bewusst Gedanken über Dinge, die man in den Mund tut…

  13. [...] von Markus seinem Veganer-Projekt überlege ich mir ernsthaft, den Oktober vegetarisch zu verbringen. Ich bin ja eigentlich ein [...]

  14. [...] Veröffentlicht am 28. September 2010 von souslik| Einen Kommentar hinterlassen In meinem ersten Beitrag über Veganismus schrieb ich „es wird mir kaum gelingen, restlos auf tierische Produkte zu [...]

  15. [...] Wer mehr über meine Leibhaftigkeit erfahren möchte, dem sei souslik.ch empfohlen, wo derzeit ein Experiment über Veganismus läuft. Ansonsten findet ihr mich auf Twitter oder irgendwo da draussen. [...]

  16. @Phil

    Es gibt in der postmodernen Ernährung niemand, der keine B12 “Tabletten” zu sich nimmt, auch Tierbenutzer konsumieren fälschlicher Weise als künstlich bezeichnetes B12. Es wird nur an anderer Stelle beigemischt: Einer der größten Einzelabnehmer für B12 ist die Futtermittelindustrie.

    In der absichtlich verflachenden Pseudodiskussion, deren Ziel es lediglich ist, die eigene Entscheidung über die Verunglimpfung veganer Ernährung zu reparieren; wird darüber hinaus verdrängt, dass der Unterschied zwischen bakteriellem B12 im Kuhmagen und dem bakteriellen B12 im Fermentkessel gleich Null ist. In Wirksamkeit im Kontext der Ernährungsphysiologie. Ein Unterschied besteht natürlich schon: Bei der einen Variante kommen hinten tote Tiere raus, bei der anderen nicht.

    So wird, ausgerechnet über ein *Netzwerk aus Rechnern*, “natürliches” B12 romantisch verklärt, die Systematik der kognitiven Dissonanz sorgt schon dafür, dass man die Absurdität dieses Widerspruchs verdrängt, bevor die Erkenntnis die Chance hatte vom Stammhirn in den Frontallappen zu hüpfen:-))

    Enlarvt man diese Dynamiken, so wie ich das hier gerade tue, richtet sich die Abwertung dann auf den Nachrichtenübermittler. Und sei mal ehrlich, rutscht nicht schon in Richtung auf der Tastatur liegenden Hände das Adjektiv fanatisch durch den rechten Ellbogen und das Adjektiv aggressiv durch den linken?

    Aber, wir Veganer haben nicht nur ein Interesse, wir haben ein Recht uns zu melden wenn man unsere Werte in verunglimpfender Absicht verzerrt, indem man relevante Informationen unter den Tisch fallen läßt.

    Übrigens wären vegane Lebensmittel mit “natürlichem” Vitamin B12 überhaupt kein Problem, schon seit den 1940ern existiert unter anderem von dem Gärexperten Prof. Bärwald eine simple Methode, z. B. Fruchtsäfte oder Sojamilch so zu fermentieren, dass in dem so veredelten Lebensmittel bioaktives B12 entsteht. Man braucht dazu lediglich die richtigen Bakterien und die Wachstumsbedingungen, von denen sie abhängen.

    Dass das noch nicht auf dem Markt ist, hängt alleine damit zusammen, dass regulär hergestelltes B12 billig verfügbar ist. Und auch regulär hergestelltes B12, also was “deiner” Kuh, deren Milch du natürlicher Weise trinkst ins Futter gemixt oder gespritzt wird, wird durch Fermentation gezogen.

    B12 ist nunmal ein Fermentvitamin. Immer. Für den, der sich um Ethik nicht nur Pseudogeganken macht, und für den industriell fermentiertes Vitamin B12 *wirklich* ein Knackpunkt darstellt, besteht also durchaus die Möglichkeit Professor Bärwald anzuheuern damit der dir oder deiner Interessengruppe zeigt, wie man in veganem Zeug bioaktives (also keine Analoga) B12 herstellt.

    Aloha, es grüßt die schreckliche Ava:-))

  17. @Ava: Grosses Problem: Wenn du Menschen aufklären willst, solltest du dich nicht hinter eloquenten Sätzen verstecken, sondern einfach sagen was Sache ist. Deine Botschaft könnte sonst überlesen oder schlicht als pseudointellektuelles Geschwafel abgestraft werden. Nochmals versuchen?

  18. Phil: Die Diskreditierung der Form ist fast immer ein Nachtreten des Empfängers der entweder keine Argumente hat, oder die Nachricht nicht schick findet (aus welchen Gründen auch immer).

    Deine manipulierende Art und spärlich bedeckte Beleidigung entlarvt aber, dass du sehr wohl alles verstanden hast. Denn dazu bedarf es durchaus einer gewissen Intelligenz – wenn sie auch in die falsche Richtung kalibriert wurde.

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