"Mit trock'ner Feder und stumpfem Hirn im Gefecht der Sinne."

Romanbellhunde

Irgendwo in der Ferne bellt ein Hund. Ich wollte immer schon einen Roman schreiben, der mit einem in der Ferne bellenden Hund beginnt. Natürlich bellt da kein Hund, zumindest keiner, den ich hören könnte. Vielleicht bellt er auch einfach zu fern. Oder er bellt leise. Möglicherweise ist er heiser, weil er gestern für einen anderen Roman bellen musste. Wie es schauspielernde Hunde gibt, verdienen sich andere Hunde ihr Geld mit romanbellen. Es ehrt Autoren, wenn sie Romanbellhunde beschäftigen und ihrer Geschichte damit Wahrhaftigkeit verleihen. Um uns anlügen zu lassen, konsumieren wir schliesslich Fernsehsendungen.

Inzwischen habe ich Hundegebell aus der Konserve organisiert. Der Fachhandel führt Tonträger mit allerlei Geräuschen für Romanautoren. Nicht jeder kann sich schliesslich einen echten Romanbellhund leisten. Profis sind teuer, denn sie bellen in unterschiedlichen Stimmungslagen. Krimigebell beispielsweise ist deutlich sonorer und regelmässiger als das Gebell, dass für Arztromane verwendet wird.

Da romanbellen kein Vollzeitjob ist, verdienen sich viele Hunde ein Zubrot, indem sie fremdsprachige Filme und Serien synchronbellen. Was kaum einer weiss: Auch Flipper wurde in der Deutschen Fassung von einem Hund synchrongebellt. Das war so nicht geplant, doch der Synchrondelfin hatte einen Unfall im Thunfischnetz und so sprang der Synchronbellhund von Lassie für ihn ein. Das ist nun schon eine Weile her und wäre heute nicht mehr denkbar. Die ganze Branche ist ja sehr professionell geworden. Gute Synchron- und Romanbellhunde beginnen ihre Ausbildung bereits in der Welpenschule und nur die besten schaffen es jemals in einen Bestseller. Teilnehmer von Castingformaten wie ‘Germany’s next Romanbellhund’ oder ‘Fido’s got Talent’ erhalten kurz Aufmerksamkeit und sind meist schnell wieder vergessen. Manch ein Gewinner solcher Sendungen bellt heute für die Securitas.

Dieser Text erschien drüben auf dem Gemeinschaftsblog ABSCHWEIFEN.CH.

Anna sitzt neben mir. Ein leidvoller Gesichtsausdruck verzieht ihre Züge und sie redet verzweifelt auf mich ein: „Ich weiss ja gar nicht mehr, wie ich etwas richtig mache! Meiner Freundin, die total in der Scheisse sitzt, weil ihre Mutter sie jahrelang verhätschelt hat, kann ich nicht helfen. Ich habe kein Geld, dass ich ihr geben könnte, damit sie ihre Schulden begleichen kann! Oder Zeit um auf ihr Kind aufzupassen, damit sie lernen kann hab ich auch nicht! Und überhaupt! Wenn ich in der Migros steh und Essen kaufen will, dann weiss ich gar nicht, worauf ich achten soll! Ich möchte doch gern ökologisch sinnvoll einkaufen! Ich möchte Lebensmittel aus der Region! Und aus fairem Handel! Saisongerecht soll es sein! Und dann soll es noch möglichst gesund und unbearbeitet sein! Aber Geld hab ich keines! Ich studiere und kann es mir nicht leisten, immer nur das Teuerste im Reformhaus zu kaufen! Manchmal gehe ich mit leeren Händen nach Hause und bleibe hungrig: weil ich einfach nicht mehr weiss, wie ich das alles berücksichtigen soll. Herrje, ich will doch radikal sein! Ich will etwas bewegen in dieser verdammten Welt!“

Ich schaue sie lange an und sage nichts. Jedes Mal wenn ich den Mund aufmache, schiesst Anna erneut frustriert los. Ich merke, wie hilflos sie sich fühlt und ich spüre ihre ungebremste Energie, die sie bereit ist, dafür zu investieren. Ich nicke und seufze. Ihre hohen Ansprüche an sich und die Welt kenne ich nur zu gut.

Ich erkenne mich wieder in Annas Worten. Sie erinnert mich an mich selbst vor ungefähr fünf Jahren. Ich grüble darob, ob ich resigniert habe oder ob ich schlicht und einfach meinen Fokus geändert hab. Weil ich irgendwann feststellen musste, dass ich so nirgendwo ankomme. Und dass ich keine Energie habe für alles das, was im Moment geschieht, weil ein so grosser Teil meiner Energie irgendwo im Nichts versandete.

Irgendwann verebben Annas erhitzte Worte. Sie wird still und schaut mich an. Fragend, enttäuscht und hilflos zugleich.

Dann traue ich mich meinen Mund aufzumachen. Ich sage ihr, dass ich denke, dass wir die Welt nur verändern können, wenn wir bei uns selbst anfangen. Das klänge zwar bescheuert abgelutscht, scheint aber tatsächlich so zu sein. Irgendwann vor nicht allzu langer Zeit hätte ich beschlossen mehr Fokus auf den Moment zu richten, und auf meine direkte Umgebung. ‘Die Welt’ wäre vielleicht gar nicht diese grosse Welt, mit der wir den Globus und seine dazugehörige Atmosphäre betiteln, sondern bloss die bescheidene Welt, in der wir uns täglich bewegen. Ich habe festgestellt, dass ich niemanden retten kann – egal wie schlecht es ihm geht. Ich kann nur da sein und zuhören. Ich kann vielleicht für ihn kochen, oder mit ihm spazieren. Ich kann in einem Moment bloss darüber entscheiden, ob ich jemandem zuhören möchte, ob ich Zeit dafür habe und ob ich das möchte. Ich kann ihn nicht an den Haaren zum Arzt ziehen, von dem ich denke, dass er ihm helfen könnte. Ich kann ihn nicht zwingen mit dem Trinken aufzuhören. Ich kann ihm kein Geld geben, seine Gläubiger zu bezahlen. Ich kann, anstatt zu versuchen in Afrika ein aidskrankes Kind zu heilen, mit dem Kind meiner Freundin spielen – die manchmal keine Zeit und Nerven dafür hat. Oder ich kann leidenschaftlich und zufrieden meinem Beruf nachgehen, und diesen so gut wie möglich verrichten. Und ich habe auch kein Rezept, wie man politisch, ökologisch, gesund und saisonal korrekt einkauft.

Aber ich habe gemerkt, dass ich, wenn es mir gut geht, mehr Kapazität für andere Menschen habe. Dass mein Wohlbefinden einen direkten Einfluss hat auf die Anderen. Und dass es mir besser geht, wenn ich nicht zu streng bin mit der Welt und mit mir. Dass ich Kompromisse eingehen darf. Dass ich mich nicht ständig ablenken lasse durch all die Informationen und Ideale, Ratschläge und Angebote, die mir zur Verfügung stehen. Dass ich mich von der dicken Verpackung befreie musste, um zu hören, was ich in einem bestimmten Moment tatsächlich will und brauche.

Ich grinse nun. Fange schallend an zu lachen und rufe hysterisch: „Wie einfach das alles klingt! Verdammt!“. Dann fängt auch Anna an zu lachen.

„Recht hast du Anna! Unbedingt notwendig seid ihr, diese aufrührerischen, anspruchsvollen und kompromisslosen Menschen mit Veränderungsdrang für die Welt!“ Ich lache noch immer.

Dann steht Anna auf und sagt: „So, ich habe hunger. Ich hole mir jetzt einen Döner.“

Science Slam

Auf der Bühne präsentieren Wissenschaftler ihre Arbeit.

Lasst diesen Satz auf euch wirken. Früher hätten wir gesagt: “Bähh, laaaaaaangweeeeeilig!” Heute gibt es den Science Slam und plötzlich reden wir von einem Kulturspektakel. Am Science Slam kämpfen Forscher um die Gunst des Publikums, denn das kürt den unterhaltsamsten Vortrag und verleiht den Hauptreis, einen … oha … pinken Hirsch.

Jetzt findet ihr das plötzlich ganz spannend, stimmt’s?

Ihr seid nicht allein. Der erste Science Slam der Uni Bern hat das Publikum aus den Schuhen gefegt und auch die zweite Ausgabe ist schon fast ausverkauft. Sie findet am 18. Mai im Schlachthaus Theater Bern statt.

Jetzt kommt unter imaginärem Trommelwirbel das Beste: Kurzfristig sind zwei Vortragsplätze frei geworden. Wer an einer Hochschule mit Forschung zu tun hat und sich im Scheinwerferlicht bräunen möchte, der melde sich sofort bei Nicola von Greyerz.

Flyer des Science Slam als PDF

Wenn sich niemand meldet, werde ich meine Masterarbeit abstauben und fröhliches Folien-Karaoke zelebrieren. Erstens wollt ihr das dem Publikum nicht antun und zweitens war es eine leere Drohung. Ran ans Mikrofon!

Es sei in dieser dezent ausgegrauten Fussnote schleichend erwähnt, dass Klarkom den pinken Hirsch sowie ein Glas Wasser für jeden Referenten sponsert.

Kreativität

Ich weiss, ihr wollt keine Videos sehen, die länger als 5 Minuten dauern. Und wenn ich jetzt noch sage, dass es heute nicht um kleine Kätzchen… HEY, SO WARTET DOCH! Na gut, ihr dort hinten mit den Vokuhilas dürft gehen. Die anderen nehmen ein Glas Wasser und schauen sich bitte diese zwei TED-Referate von Sir Ken Robinson an. Und zwar aus Gründen:

  1. Das Thema: Kreativität und wie unser Bildungssystem sie zerstört.
  2. Der Referent: Ken Robinson zeigt keine Folien, er erzählt Geschichten.


TED2006


TED2010

Ich weiss, die Videos sind schon etwas älter und gingen bereits um die Welt. Aber sie sind halt so sehenswert, dass ich sie trotzdem noch verbloggen darf. Sir Ken Robinson führt übrigens auch eine Website, twittert und schreibt Bücher.

Der Neue im Wald

Erinnert Ihr euch noch, wie ich meinen Traumjob suchte? Zuerst einmal vielen Dank für eure Unterstützung. Sie hat gewirkt.

Heute berichten persoenlich.com, Werbewoche, BPRG und Klein Report übereinstimmend, dass ich eine neue Stelle angetreten hätte. Na gut, wird wohl stimmen. Angeblich handelt es sich um eine Stelle als Projektleiter bei der Berner Kommunikationsagentur Klarkom. Da kann ich mir nur gratulieren.

Die Stelle ist mir tatsächlich aufs Geweih geschneidert. Ich kann mich einbringen als wendiges Wiesel der Onlinekommunikation und lerne von den erfahrenen Füchsen der klassischen Kommunikation. Dass Klarkom auf Nachhaltigkeit spezialisiert ist, kommt mir als Ökoratte zusätzlich entgegen. Im gleichen Wald wohnen auch unsere Freunde von by the way communications. Mit ihnen führen wir eine enge Partnerschaft und suchen darum immer öfter gemeinsam Beeren und Nüsse. Es macht Spass, im Wald der Kommunikation.

Und an alle Kinder, die mitlesen: Wenn ihr eine schöne Fabelmetapher bastelt, dann gebt euch nicht zwei verschiedene Tierarten. Das wäre peinlich. Wenn ihr mich jetzt bitte entschuldigt, der Büffel begibt sich zum Wasserloch.

Pausengedanken

Bin nervös. So lange nicht gebloggt. Zuerst wollte ich so tun, als sei das Absicht gewesen. Irgendwas von schöpferischer Pause hätt ich dann geschrieben. Nur, ich weiss gar nicht: Gönnt sich der Schöpfer während einer schöpferischen Pause eigentlich eine Pause zum Schöpfen oder eine Pause vom Schöpfen? Schöpfen ist auch so ein Wort, das komisch klingt, wenn man es mehrmals sagt. Wie Mayonnaise.

Mayonnaise mag ich übrigens nicht. Vielleicht weil sie aussieht wie Eiter; aber wahrscheinlich weil sie so schmeckt. Momentan würd ich zwar schon Mayonnaise essen. Hab ja auch Hunger. In meiner Küche brennt seit Wochen kein Licht mehr und ich kann nur noch bei Tageslicht kochen. Experten sprechen von Lichtnahrung. Zum Glück hat die Sommerzeit das Problem etwas entschärft.

Natürlich könnte ich die Glühbirne ersetzen. Könnte. Das fällt mir immer erst im Dunkeln ein und dann ist es nicht mehr hell genug. Logisch. Ausserdem haben sich im Lampenschirm Insekten bestatten lassen. Und noch ausserdemiger müsste ich die Lampe durch ein LED-Dingsbums ersetzen. Sowas kann ich mir halt nicht leisten.

Ihr seht, mein Leben sprüht vor Abenteuer. Natürlich ist da noch mehr; mein neuer Job zum Beispiel. Darüber will ich aber erst später berichten. Das ist hier wie beim Fernsehen, ich halte euch an der kurzen Leine. Auf Werbung müsst ihr aber verzichten.

So, mich dürstet nach einem Glas Wasser; aus dem Bad, da hat’s Licht.

versprechen

meine lieben freunde oder besser: freunde von freunden und derer die so tun als ob,

zum zweiten mal möchte ich herrn tschannen auf seinem blog als gastautorin beglücken – oder beleidigen, je nach auffassung des gnädigen gastgebers. zur auswahl stand eine erörterung bezüglich nützlichkeit der weltherrschaft im aktuell beschissenen zustand, ein vortrag von leslie, der dummen, dicken, armen kuh, die keine freunde findet, weil sie stinkt beim scheissen – oder dieser nette, süsse, vor empathie triefende beitrag zu einem sogenannt besseren leben. (moment – der sexy barkeeper hat meine schoggimilch viel zu heiss gemacht (ich hoffe das ist sein statement zu meiner person). ich muss mich aufrührerischen blickes beschweren!)

nun gut.

da mir jeglicher übergang von einleitung zu haupttext misslingt, muss ich einfach beginnen. ich berichte aus einem buch der tolteken. aus einem furchtbar reisserisch, pathetisch, miserabel geschriebenen eso-buch (don miguel ruiz, „die vier versprechen“), das ich niemandem zu lesen empfehle. die message, however, finde ich absolut mitteilenswert.

das buch handelt von vier versprechen, die ich mit mir selber und dem leben eingehe. bevor ich mich diesen vier neuen versprechen zuwenden kann, muss ich mir bewusst machen, was ich bereits mit mir und dem leben vereinbart habe. es handelt sich dabei um (moralische) grundsätze, ansprüche und erwartungen an mich, mein leben oder andere menschen, regeln, muster, undsoweiter. ich  trenne mich von all diesen fürchterlichen, über viele jahre eingeprägten altlasten und wende mich gleichzeitig den folgenden, simpel klingenden, edlen, vier versprechen zu:

1. “wähle deine worte mit bedacht und sei untadelig mit ihnen.”

interessant und sehr einleuchtend an diesem ersten versprechen finde ich, dass man worte nicht nur gegenüber anderen menschen ausspricht, sondern auch gegenüber sich selber. angesprochen wird der eigene, innere richter, der ständig sein urteil über die eigenen taten vollzieht. eine kommentierende, einengende und urteilende innere stimme! werden wir ihn los, diesen pingeligen, strengen, peinigenden nichtsnutz!

das versprechen meint, dass man mit bedacht und umsicht denkt und spricht: ich richte nicht, formuliere keine bösartigkeiten, überdenke, was ich sagen will, um es erst dann auszusprechen. häm. was mir natürlich besonders schwer fällt, denn HOPP, ist es draussen! wasauchimmer!

2. “nimm nichts persönlich.”

denn was immer der andere sagt oder tut, beruht auf seiner eigenen geschichte und nicht auf meiner. was immer ich tue, tue ich meinetwegen – und genauso verhält sich das bei allen anderen menschen. wenn ich etwas persönlich nehme, gehe ich davon aus, dass der andere die welt durch meine augen sieht. dieses zweite, so banale versprechen verfolgt mich schon lange – tausendmal gehört – aber es tatsächlich einzuverleiben ist schwierig. wie schnell schliesse ich von mir auf andere, wie oft versuche ich mir ein verhalten zu erklären, wie oft bin ich beleidigt, oder ahle mich in einem lob! natürlich darf ich damit nicht jegliches verhalten von anderen entschuldigen! denn sehr wohl gibt es handlungen oder worte die mich verletzen.

dieses zweite versprechen geht hand in hand mit dem dritten:

3. “zieh keine voreiligen schlüsse.”

und bedeutet soviel wie: ich werte oder urteile nicht, ohne genau zu wissen, worum es geht (eigentlich urteile ich auch dann nicht.). ich frage! frage, was ich wissen will! frage, wenn ich das bedürfnis habe, etwas zu erfahren. ich rate nicht, und schliesse nicht von mir auf die anderen. und ich sollte auch nicht davon ausgehen, dass der andere weiss, was ich will.

4. “gib immer dein bestes.”

das vierte versprechen ist ein ermutigendes! eines, das mein herz anspricht. es motiviert dazu, dass man in jedem moment des lebens sein bestmögliches tut. es meint damit nicht, dass man sich stets über alle massen überfordern und beanspruchen muss, sondern mehr, dass man sich seiner energie gewahr wird, und dass man diese richtig einsetzt. dass man spürt, was man leisten mag und dies dann mit hingabe vollbringt. dass man mit körper, geist und seele an dem einem ort ist. keine zerstreuung. keine hetze. keine ablenkungen. schöpfe ich tatsächlich aus dem vollen, so werde ich nie ein schlechtes gewissen haben, denn ich weiss: ich habe mein bestes gegeben. dieses vierte und letzte versprechen geht meiner meinung nach mit dem zen gedanken einher: lebe im moment. geniesse den moment. mach das beste aus jedem moment und nimm diesen mit allen dir zur verfügung stehenden sinnen wahr.

was bleibt mir da noch anzufügen? ohja, ich habe mich geoutet, mich mit weiteren dingen zu befassen, als dass ich auf einer platt-form wie twitter zugeben würde. und ich gebe mich öffentlich zum abschuss frei. haut rein, eure kommentare, zerreisst mich! – denn wisst ihr was: ich nehms einfach nicht persönlich.

ich habe irgendwann beschlossen ein glücklicher mensch zu werden. und es scheint mir, als läge diese entscheidung tatsächlich in meiner hand.

Board5 Laax

Die schönsten Tage sind die, die man mit guten Freunden verbringt. Gleich drei solche Tage erlebte ich letztes Wochenende, als @schnellnicole, @pumuggel, @prunio und ich uns zum traditionellen Snowboard-Tweetup Board5 im Riders Palace in Laax einquartierten.

Der @pumuggel hat das Rohmaterial unserer Helmkameras zu einem Film zusammengeschnitten. Dass dieser Film kaum beeindruckende Snowboardtricks, dafür aber viel Après-Snowboard enthält, ist bezeichnend für diese Ausgabe von Board5. Das war aber ganz gut so.

Nach drei Tagen Münzezwätschge trinke ich nun wieder Wasser frisch von der Leitung. Und auch das ist gut so.

Projekt35

Der Mensch setzt sich Vorgaben um Ziele zu erreichen. Wenn Gerda gertenschlank werden will, dann ersetzt sie zwei Kotlett pro Woche durch Fitnessteller. Oder wenn Ernst es ernst meint mit dem Umweltschutz, dann lässt er das Töffli bei gutem Wetter stehen und geht zu Fuss zum Jassen in die Beiz.

Natürlich gelüstet es Gerda am zweiten Tag schon nach Cordon Bleu und Ernst ist so knapp in der Zeit, dass er ausnahmsweise doch das Puch Maxi S aus dem Holzschuppen holt. Beide erreichen Ihre Ziele nicht. Sie sind frustriert. Gerda geht nun zum Sternenwirt, wo die Kotletts links und rechts über den Teller hängen und Ernst nimmt sogar das Töffli um dem Nachbarn die Tierwelt aus dem Briefkasten zu stehlen.

Dabei könnte sich der Mensch doch Vorgaben setzen für Dinge, die er gerne tut.

Nehmen wir Markus als fiktives Beispiel. Markus fährt gerne Snowboard. Er hat sich vor zwei Wintern die Vorgabe gesetzt 21 Tage auf dem Brett zu stehen. Projekt21 hiess der Plan damals, wurde im folgenden Winter zu Projekt28 und heisst heute Projekt35. Die ersten acht Tage sind bereits Geschichte, 17 weitere hat Markus fix gebucht und die restlichen zehn werden sich spontan ergeben.

Dank seiner Vorgabe blickt Markus nicht erst am Ende der Saison auf einen grossartigen Winter zurück. Er weiss schon im Dezember, dass er viel Zeit mit Freunden verbringen wird, dabei einiges erlebt und neue Tricks lernt. Wie das aussieht haben Thomas der Hotelier und Jonas der Snowboard-Wingman in ihren Blogs dokumentiert.

Nicht fehlen darf natürlich ein Après-Ski Geheimtipp. Bestellt doch das nächste Mal ein heisses Wasser mit Zwetschgenschnaps und Zucker.

Auf Traumjobsuche

Vor wenigen Wochen habe ich meine Stelle als Kommunikationsmensch -buddhist beim besten IT-Dienstleister aller Zeiten (Puzzle ITC) gekündigt. Nun halte ich Ausschau nach einem neuen Arbeitgeber, der mir ab 1. März 2011 abwechslungsreiche Aufgaben überträgt. Ich nenne es die Suche nach dem Traumjob.

Natürlich erwarte ich nicht, dass mir dank diesem Blogbeitrag der gebratene Tofu in den Mund fliegt. Ich werde Stellenausschreibungen durchforsten, Bewerbungen verschicken und hoffen. Dennoch: Immer mal wieder ist der klassische Weg nur einer von vielen. Und vielleicht kennt jemand von euch einen netten Chef, der gerade enthusiastische Kommunikationsmenschen -zenmönche sucht. Für diesen Fall habe ich auf der Hinterseite meines Blogs ein kurzes Online-CV gezimmert.

Vielen Dank an alle, die mir geholfen haben oder noch helfen werden. Ich bin gespannt, was das Leben mit mir vor hat und aus wessen Wasserspender ich ab März trinken werde.

Edit: Stefan Herrmann als Komm-Dalailama hat natürlich treffend angemerkt, dass es nicht “Kommunikationsmensch” heisst.

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